Diagnostik und Forschung

Über 10 Millionen Euro für die Erforschung neurologisch bedingter Kinderkrankheiten

Mittwoch, 23. Januar 2013

Prof. Neamţu, der medizinische Leiter der Kinderklinik, Ana Maria Roman, die Vertreterin von ADR Centru, Bürgermeister Klaus Johannis, Gabriel Duşe, der Vorsitzende des Krankenhaus-Verwaltungsrates, und Alexandru Mihuţ, der Spitals-Manager (v.l.). Foto: Hannelore Baier

Hermannstadt - Öffentlich vorgestellt wurde am Montag im Rathaus das Projekt eines Forschungszentrums sowie für Telemedizin in neurologisch bedingten Kinderkrankheiten, welches in der Kinderklinik umgesetzt wird. Das Vorhaben wird aus europäischen Mitteln des Operationellen Sektoriellen Programmes mitfinanziert, der Vertrag über 45 Millionen Lei war am 21. Dezember 2012 unterzeichnet worden. Ziel des Vorhabens ist die Steigerung der Forschungseffizienz im Bereich der pädiatrischen Neurologie, wofür ein Departement für Telemedizin aufgebaut wird, welches den europäischen Forschungsstandards entspricht.

Das Vorhaben wurde von Prof. Dr. Mihai Leonida Neamţu, dem medizinischen Leiter des Kinderkrankenhauses, vorgestellt. Er unterstrich, dass das Projekt der Hermannstädter Gemeinschaft, aber auch jenen der umliegenden Kreise zugute kommen wird, deren Kinder besser diagnistiziert und geheilt werden können. Er bedauerte, dass er nicht in jüngeren Jahren die Gelegenheit gehabt hat, in einer derart performant ausgestatteten Klinik zu arbeiten.

Im Verlauf von 28 Monaten wird nun an Stelle des derzeitigen Gebäudes B ein neuer Bau mit zwei Stockwerken sowie Mansarde und insgesamt 1276 Quadratmetern Nutzfläche entstehen. Hier werden Räume für Forschungszwecke, aber auch 11 Krankenzimmer für Mutter und Kind eingerichtet. Zu Forschungsstätten wird man desgleichen Räume im Parterre des Gebäudes A nutzen.
Entstehen sollen fünf Forschungsbereiche: Ein erster ist der Neuroradiologie gewidmet und in diesem Sektor wird es auch Salons für Frühgeburten und Internsivbehandlung geben. Ein zweiter Forschungsbereich ist der Genetik, Stoffwechselerkrankungen bzw. den von neurologischen Erkrankungen verursachten oder diese begleitende Krankheiten bestimmt. In einer dritten Sparte für klinische Kinderneurologie werden u.a. Epilepsie, Lähmungen sowie Schlafstörungen bei Kindern untersucht. Bereich fünf ist der Telemedizin und medizinischen Erziehung vorbehalten.

Vorgestellt wurden die Forschungsdepartements von den Ärzten Gabriela Vişa, Sorin Iurian und Ciprian Şofariu. Die unter neurologischen Erkrankungen leidenden Kinder wird man mit Apparaturen der letzten Generation testen können, die eine feine Differentialdiagnose ermöglichen. Angekauft wird Ausstattung im Wert von rund 4 Millionen Euro, darunter Geräte, die es in Rumänien bisher in keiner anderen Klinik gibt.

Außer der weitaus verbesserten Diagnostitzierung von neurologischen Leiden bei Kindern, was deren frühzeitige Heilung ermöglichen kann, soll das Projekt die interdisziplinäre Forschung in Hermannstadt/Sibiu fördern und Absolventen der hiesigen Medizinfakultät einen attraktiven Arbeitsplatz bieten. Alexandru Mihuţ, der Manager des Krankenhauses, dankte Bürgermeister Klaus Johannis für die Unterstützung des Projektes, und dass das Rathaus bereit ist, die selbst zu tragenden Projektkosten zu übernehmen, da die Kinderklinik diese nicht hätte aufbringen können. Bei der Projektvorstellung waren die beiden Vizebürgermeister Astrid Fodor und Virgil Popa, aber auch Prof. Dr. Constantin Oprean, der Vorsitzende des Senats der Lucian-Blaga-Universität, sowie zahlreiche Ärzte und Leiter von Abteilungen des Kreiskrankenhauses zugegen. 

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