Diaspora damals und heute

Evangelische Kirche organisierte 11. Kuratorentag / Buchvorstellung „Evangelisch in Altrumänien“

Dienstag, 13. März 2012

Dr. Doris Stache stellte den Dokumentarband „Evangelisch in Altrumänien“ vor (daneben v.l. Udo Acker, Daniel Zikeli, Friedrich Philippi).
Foto: Holger Wermke

Hermannstadt - Der Umgang mit der heutigen Diasporasituation in der evangelischen Landeskirche war das Thema des 11. Kuratorentages, der am Samstag in Hermannstadt/Sibiu stattfand. Die Diasporageschichte der evangelischen Gemeinden im Altreich bildet das jüngste Buch des Schiller-Verlages ab, das beim Kuratorentag vorgestellt wurde.

Rund 50 Kuratoren aus allen Landesteilen begrüßte Landeskirchenkurator Friedrich Philippi. „Wir haben alle Kuratoren unserer Landeskirche aus Gemeinden mit mehr als 20 Seelen eingeladen“, sagte er. Als Gäste nahmen Bischofsvikar Dr. Daniel Zikeli und Altbischof D. Dr. Christoph Klein teil. Nach einem Abendmahlsgottesdienst in der Stadtpfarrkirche ging der Kuratorentag im Bischofspalais weiter. Drei Referenten aus verschiedenen Gebieten der Landeskirche sprachen über die dortige Diasporasituation.

Pfarrer Johann Zey aus Sächsisch-Regen berichtete aus dem Reener Ländchen und der Bukowina, Bezirkskirchenkurator Wilhelm Untch sprach über den Mediascher Bezirk und der Kronstädter Bezirkskirchenkurator Ortwin Hellmann über die Diaspora jenseits der Karpaten. Am Nachmittag arbeiteten die Kuratoren in Gruppen zum Thema Diaspora, „hoffentlich auch in der Richtung, wie wir das Problem lösen können, wie wir uns gegenseitig helfen können. Besonders in der Verantwortung sieht Philippi die größeren Gemeinden. Gerade die sehr kleinen Gemeinden, von denen es viele gäbe, bräuchten Unterstützung. „Wir gehören als Kirche zusammen und sollten da einiges tun.“

Die Diasporasituation erfordere den Kuratoren viel Engagement ab, würdigt Philippi. „Sie sind das, was vorher auch Pfarrer und Gemeinde waren, die sie vertreten müssen. Sie müssen das kirchliche Leben irgenwie noch aufrecht erhalten, Kontakt mit dem Pfarrer halten, die Verwaltungsarbeiten erledigen.“ Eigentlich seien die Bezirkskonsistorien für die Verwaltung zuständig, aber ohne die Hilfe einer Ansprechperson vor Ort ist das oft nicht richtig möglich.“

In diesen thematischen Kontext passte die Vorstellung des Buches „Evangelisch in Altrumänien“. Aus Berlin angereist war Herausgeberin Dr. Christa Stache, Leiterin des Evangelischen Zentralarchivs. Zusammen mit Dr. Wolfram Theilemann, dem ehemaligen Leiter des Zentralarchivs der evangelischen Kirche A.B. in Rumänien, arbeitete sie fast zehn Jahre an dem Werk. Ihr Archiv verfüge über einen reichen Bestand an Dokumenten über die Situation der Gemeinden im Altreich, so Stache, Theilemann habe sich sehr um die Sicherung der Reste einstiger Gemeindearchive bemüht. Diese einst blühenden Gemeinden umfassten um 1930 rund 17.000 Mitglieder, berichtete Stache.

Das Buch durchbreche die Fixierung auf die evangelischen Gemeinden in Siebenbürgen, lobte der Bukarester Stadtpfarrer Zikeli. Die Gemeinden im Altreich waren die Gemeinden am Rande, die bis heute fremd und stiefmütterlich behandelt werden. Eine Situation, die viele siebenbürgische Gemeinde heute teilen – vielleicht lässt sich aus der Geschichte lernen.

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