Dictum zum Sonntag Lætare von Johannes Knall aufgeführt

Festgottesdienst in der Johanniskirche

Montag, 09. März 2015

Der „alte“ und der „neue“ Musikwart (Kurt Philippi und Jürg Leutert) haben den Ton gefunden und beide sind sich einig, dass die musikalischen Schätze es verdient haben, das Tageslicht zu sehen und einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht zu werden. Foto: privat

Hermannstadt -Am kommenden Sonntag, dem 15. März,  wird im Hauptgottesdienst in der Johanniskirche das Dictum zum Sonntag Lætare von Johannes Knall (1734-1794) aufgeführt. Neben dem Bachchor Hermannstadt, der zum ersten Mal öffentlich unter der Leitung des neuen Musikwartes Jürg Leutert steht, werden die Solisten Elisa Gunesch und Erich Türk zusammen mit einem Streichensemble der Hermannstädter Philharmonie den Gottesdienst bereichern. Der ehemalige Musikwart Kurt Philippi – er wird bei der Aufführung als Cellist mitwirken – hat das Werk im Herbst 2014 aus einer der vielen Schachteln in der Musikbibliothek des Landeskonsistoriums ausgewählt und durch seine Abschrift wieder für uns zugänglich gemacht.

Ein Dictum ist eine typisch siebenbürgische Vertonung von Bibelworten zu den einzelnen Sonn- und Feiertagen des Kirchenjahres, bei der die Gemeinde Choräle mitsingt. Auch wir wollen am kommenden Sonntag die Aufgaben gleich verteilen und das 10sätzige Werk in mehreren Teilen im Laufe des Gottesdienstes in Gemeinschaft aufführen: Der Wechsel zwischen Chor, Gemeinde, Solisten und Instrumentalisten, eingebettet in die Liturgie wird uns neue Zugänge zu biblischen und poetischen Texten ermöglich. Wir dürfen stolz sein, dass es in Siebenbürgen diese eigene musikalische Tradition gibt, deren musikalisches Material uns zu einem guten Teil überliefert ist.

In den meisten Kirchen in Stadt und Land wurden bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts Dicta aufgeführt. Sie sind jedoch danach in Vergessenheit geraten. Erst die Abwanderung aus den Dörfern und die damit verbundene Zentralisierung von Archivmaterial hat den Musikwart direkt dazu gedrängt, grössere Mengen von meist handschriftlichem Notenmaterial in Empfang zu nehmen, zu reinigen, zu konservieren, zu ordnen und schießlich nach und nach einer breiteren Öffentlichkeit durch Erstellung von Notenmaterial, Verlegen und Drucken von diesem und schließlich auch Aufführungen zugänglich zu machen.

Wir hoffen, dass viele ZuhörerInnen am kommenden Sonntagmorgen den Weg zur Johanniskirche finden werden, um an der Wiederbelebung eines musikalischen Schatzes und dem gemeinsamen Feiern des Gottesdiesnstes in festlichem Rahmen teilzunehmen.

Musikwart der evang. Kirche A.B. in Rumänien
Jürg Leutert

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