Die anderen Seiten von „Bankfurt“ entdecken

Xplore FrankfurtRheinMain bringt Menschen von vier Kontinenten zusammen

Samstag, 25. August 2012

Bankfurt, Mainhattan, oder einfach nur Frankfurt am Main: Die Stadt hat nicht nur eine florierende Wirtschaft, sondern auch ganz viel Geschichte. Diese durften die Xplore-Teilnehmer schon am ersten Programmtag während eines Stadtrundgangs kennenlernen.
Foto: Raluca Nelepcu

Sie kommen aus 15 Ecken der Welt und haben ein einziges Ziel: Frankfurt und die Region rund um die fünftgrößte Stadt Deutschlands kennenzulernen, Eindrücke zu sammeln und darüber für ihre Medien daheim zu berichten. 19 Journalistinnen und Journalisten weilen bis zum 31. August in Frankfurt am Main. Alle nehmen an dem Projekt Xplore FrankfurtRheinMain teil und sollen innerhalb ihres zehntägigen Aufenthalts „eines der wichtigsten Drehkreuze Europas“ kennenlernen.

„Wir sind ein Drehkreuz nicht nur für Europa, sondern auch für die Welt“, betonte Ludger Stüve, Direktor des Regionalverbands und Vorstandsvorsitzender des FrankfurtRheinMain-Vereins zur Förderung der Standortentwicklung, der das Projekt organisiert. Stüve hieß die Teilnehmer am 22. August herzlich willkommen und ermutigte sie, kritisch über die Region zu berichten. „Bei uns herrscht derzeit ein akuter Fachkräftemangel. Ihr sollt dafür werben, dass es sich lohnt, hier zu arbeiten“, so der Regionalverbandsdirektor.
Das Projekt Xplore FrankfurtRheinMain wurde im vergangenen Jahr ins Leben gerufen und macht deutlich, wie gute Standort-Lobby aussehen kann. Das Projekt sieht nämlich vor, dass internationale Journalisten nach Frankfurt am Main eingeladen werden, die danach durch ihre Berichterstattung die Rhein-Main-Region weltweit bekannt machen. Ghana, Kolumbien, Italien, China, die Republik Moldau, Slowenien, Griechenland, Paraguay, Russland, Kroatien, Ungarn, Brasilien, Kasachstan, Belarus und Rumänien sind bei der zweiten Auflage von Xplore FrankfurtRheinMain vertreten. Die jungen Journalisten, die aus diesen Ländern angereist sind, konnten bereits am ersten Programmtag einen Rundgang durch Frankfurt unternehmen. Dabei durften sie ein wenig an der Geschichte Frankfurts schnuppern und sich auch ein Bild von der Finanz- und Bankenstadt machen. Schon am ersten Abend spazierten sie am Haus vorbei, in dem Johann Wolfgang Goethe geboren wurde.

5,5 Millionen Einwohner aus 186 Nationen leben in der Metropolregion Rhein-Main, die ein wichtiger Logistik- und Verkehrsknoten für Schiene, Wasser, Straße und Daten darstellt. Zahlreiche Forschungsunternehmen sind in der Region angesiedelt und auch im Bankensektor kann sich die hessische Stadt mit einer großen Vielfalt rühmen. Von Weitem konnten die Journalisten das neue Gebäude der Europäischen Zentralbank betrachten, das auf dem Gelände der ehemaligen Großmarkthalle entsteht und in weniger als einem Jahr bezugsfertig sein wird. Den Projektteilnehmern fiel auch auf, dass Frankfurt sehr grün ist – und das, obwohl das deutsche „Mainhattan“ über eine ausgeprägte Skyline verfügt.

„Ich fand das Thema Alternativantriebe, das heute Morgen im Fokus stand, äußerst interessant. Ich bin nun gespannt auf den Besuch bei der European Space Agency“, sagt Xplore-Teilnehmer Patrick Friesen Funk (32) aus Paraguay. „Ich habe schon immer nach Deutschland kommen wollen, denn dadurch, dass ich in einer deutschsprachigen Familie aufgewachsen bin, habe ich viel von der deutschen Kultur kennengelernt“, fügt er hinzu. Für Patrick Friesen ist es das erste Mal, dass er überhaupt nach Europa reist. Simona Drevensek (31) aus Slowenien hingegen ist in Europa viel gereist, war aber auch in Amerika und in Asien. Besonders Wirtschaftsthemen verarbeitet sie gern zu journalistischen Beiträgen. „Elektrische Mobilität ist ein Traum, aber es gibt auch Nachteile, denn für jedes elektrische Auto benötigt man ja Elektrizität. Und wenn du diese über Kernkraft oder Kohlenkraft bekommst, dann ist es nicht hundertprozentig umweltfreundlich“, weiß die Journalistin.
Auch Mila Corlăteanu (24) aus Chişinău in der Republik Moldau macht bei dem Xplore-Projekt mit. „Ich hoffe, meine Stereotypen über Frankfurt zu brechen. Ich möchte etwas anderes über Frankfurt erfahren und mehr als Bankfurt kennenlernen. Ich will auch andere Seiten dieser Stadt entdecken und es dann auch anderen Leuten weitererzählen“, sagt die junge Frau.

Die Gelegenheit, mehrere Facetten von Frankfurt kennenzulernen, werden die 19 Journalisten während ihres Deutschland-Aufenthalts ganz bestimmt nutzen. Auf dem Programm stehen jede Menge Treffen und Besuche, wie etwa im Presseclub Frankfurt, beim Digital Hub, im Umwelt- und Nachbarschaftshaus des „Forum Flughafen und Region“ oder beim Museumsuferfest. Wenn die Eindrücke dann auch noch in einer internationalen Gruppe verarbeitet werden, dann kann der vielfältigen und objektiven Berichterstattung wohl nichts mehr im Wege stehen.

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