Die Brandrodung setzt wieder ein

Flächenfeuer auf dem Hattert von zehn Ortschaften

Mittwoch, 14. März 2018

Reschitza – Das zweite Märzwochenende war das erste, das im Südbanat Frühlingsgefühle aufkommen ließ. Für die Bergbauern des Banater Berglands war es das richtige Signal, mit den Brandrodungen zu beginnen, wie sie das seit Generationen praktizieren und wie es ihnen weder die Gefahr gestrichener EU-Subventionen noch die Feuerwehr austreiben können. Immer noch interpretieren Medien und Offizielle die Flächenbrände als „Folgen von Nachlässigkeit oder Unbekümmertheit”, was Nachsicht zeigt und von der Absicht ablenkt. Kommt es zu eventuellen Schäden – wenn etwa die im Banater Bergland überall verstreut angelegten Sennhütten („sălașe”, der Begriff kommt wahrscheinlich vom ungarischen „szálás”) in Flammen aufgehen – ist kaum jemals ein Schuldiger auszumachen.

Am vergangenen Wochenende brannten 45 Hektar ab, gab die Feuerwehr an, und „zum Glück sind die Feuer in keiner der zehn Ortschaften, wo Flächenbrände registriert wurden, an die Wohnhäuser herangekommen.” Das ist der Feuerwehr zu verdanken, die am 10.-11. März im Dauereinsatz war.

Im Kommuniqué des Kreisinspektorats für Katastrophenschutz „Semenic” Karasch-Severin, vorgelesen durch die Sprecherin Magdalena Tocmelea, heißt es: „Der wahrscheinliche Grund des Ausbruchs der Flächenbrände war das Anzünden offener Feuer in freien Räumen, aber wohl auch willkürliche Brandlegung. Glücklicherweise ist keiner der Flächenbrände bis an bewohntes Gebiet oder an Wälder herangekommen.”

Die ausgedehntesten Brände gab es in Feneș, rund um Reschitza, Dalboșeț, Kraschowa, Topletz, Plugova, Cornea, Bozovici, Soceni, Gârbovăț und Ciuchici.
Bei APIA, der EU-Zahlstelle, erklärt man sich mangels Personal für machtlos, die EU-Restriktionen buchstabengetreu durchzusetzen, was die Brandrodung betrifft. Einerseits ist eine Hauptbedingung für das Auszahlen der Flächenprämien, dass die Grundstücke „sauber” sind, also nicht verbuscht und mit abgemähter Altvegetation. Beides wird „gelöst”, indem die Bergbauern nach „altbewährter” Manier abfackeln. Und dann die Flächenprämien über APIA von der EU kassieren.

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