Die Empfehlung des DFDR: Zur Volksabstimmung am 29. Juli gehen

Forumsvorsitzender Klaus Johannis: „Etwas übertriebene Reaktionen“

Samstag, 14. Juli 2012

DFDR-Vorsitzender Klaus Johannis Archivfoto: ADZ

Hermannstadt - Die rumänischen Politiker hätten wenig aus der Geschichte gelernt, war die Schlussfolgerung des DFDR-Vorsitzenden und Hermannstädter Bürgermeisters Klaus Johannis angesichts der derzeitigen spannungsgeladenen politischen Lage im Land. Und: Die Politiker würden die Dinge unnötig komplizieren. Premier Victor Ponta hätte von vornherein die notwendigen Gesetzesänderungen veranlassen können und nicht erst nach Brüssel reisen müssen, um dort eine diesbezügliche Zusage zu machen, erklärte Johannis am Donnerstag.

Betreffend das Referendum meinte Johannis, dieses werde nun stattfinden. Die Kommentatoren würden sich an ein juristisches Detail der Verfassung klammern, wichtig aber sei, dass die Leute in möglichst hohem Prozentsatz ihre Meinung äußern. Wenn sie das tun, wird ein klares Ergebnis erzielt, ganz gleich welches Referendumsgesetz angewendet wird, gehen sie nicht zu den Urnen, tauchen Zweifel auf, ob das Ergebnis ein anderes gewesen wäre, hätten mehr Leute teilgenommen. Das DFDR werde seinen Mitgliedern und Wählern empfehlen, zur Volksabstimmung zu gehen, nicht aber, ob sie für oder gegen die Amtsenthebung von Präsident Băsescu stimmen sollen, diese Entscheidung steht jedem frei.

Zu den internationalen Reaktionen befragt, meinte der DFDR-Vorsitzende, viele seien übertrieben gewesen. Als Ursache hierfür betrachtet er eine unbedachte Informierung nach außen hin und die Tatsache, dass einigen rumänischen Politikern nichts besseres eingefallen ist, als sich in Brüssel zu beklagen, so wie das ihre Vorgänger in der Geschichte mal bei der Hohen Pforte, mal in Wien oder Budapest getan haben, statt sich im Land mit den anderen zusammenzusetzen und Lösungen für die hiesigen Probleme zu finden. Jedoch hätten auch jene, die das politische Geschehen initiiert haben, die europäischen Politiker informieren müssen, um das Erscheinen irrtümlicher Interpretationen zu vermeiden. Gefragt, ob er mit deutschen Politikern gesprochen habe, sagte der DFDR-Vorsitzende, er betrachte das nicht als seine Aufgabe. Es sei Angelegenheit der USL, effiziente Kommunikationskanäle zu finden.

Kommentare zu diesem Artikel

Horst, 15.07 2012, 16:19
Ministerpräsident Năstase beschuldigte zu seiner Zeit die Presse wegen dem schlechten Bild Rumäniens im Ausland. Nicht die korrupten Politiker sorgten dafür, sondern die, die darüber schrieben. Heute wie damals: Nicht die Übergriffe sind das Schlimme, sondern ihre Bekanntmachung.
Die europäischen Politiker und Institutionen hätten die Ruhe nicht verloren, wenn man ihnen nur rechtzeitig die Pläne der neuen Machthaber mitgeteilt hätte. "Trădare, trădare, dar să ştim şi noi!"
Helmut, 14.07 2012, 14:07
Die Stellung des DFDR-Vorsitzenden ist zu 95% richtig und ist von hoher politischer Verantwortung getragen.Auf eine sehr starke
Beteiligung ist zu hoffen und wuerde der Welt zeigen,dass die rumaenische Bevoelkerung auch bereit ist,an einem demokratischen Entwicklungsprozess teilzunehmen und deshalb auch keine Kommentare aus dem Ausland notwendig sind.
Rodica, 14.07 2012, 12:04
Zu glauben, dass irgendwer die internationale Presse oder auch Europäische Politiker über die Vorgänge in Rumänien falsch oder richtig informiert hätte, ist etwas sehr naiv. Im Zeitalter der vernetzten Welt entgehen merkwürdige Vorgänge niemanden. Vor allem dann nicht, wenn ein Land noch immer unter Beobachtung steht.

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