Die Falklands - Inselgruppe mit besonderem Charme

Pinguine, Mähnenrobben und Seebären locken heute zum einstigen Kriegsschauplatz

Donnerstag, 21. Mai 2015

Sich sonnende Seelöwen auf Sea Lion Island

Auf den Falkland-Inseln leben allein fünf Pinguinarten.
Fotos: Informationszentrum der Falklandinseln

Die Falklandinseln sind eine Inselgruppe im südlichen Atlantik, etwa 400 Kilometer östlich von Südargentinien und Feuerland. 1592 vom englischen Seefahrer John Davis entdeckt, blieben sie bis 1690 von menschlichem Fuß unbetreten, bis John Strong als erster auf einer der beiden Hauptinseln landete.  1982 imMittelpunkt des Weltgeschehens, nachdem Argentinien am 2. April den Falklandkrieg ausgelöst hatte, ist das Inselarchipel heute vor allem ein Paradies für Kreuzfahrtausflügler, Abenteuerurlauber und Naturfreunde.

John Strong war es auch, der der Meeresenge zwischen den beiden Hauptinseln zu Ehren des britischen Politikers Anthony Cary, dem fünften Viscount Falkland, den Namen Falkland Channel gab -  später  wurde der Name Falkland auf die gesamte Inselgruppe übertragen. Doch die erste dauerhafte Siedlung gründeten nicht die Engländer, sondern die Franzosen, und zwar 1764 durch Louis Antoine de Bougainville. Zwei Jahre später erst ließen sich die Briten auf Westfalkland in Port Egmont nieder, eine Siedlung, welche sie acht Jahre später wieder verließen.

Der argentinische Name „Islas Malvinas“ geht allerdings auf die französische Bezeichnung der Inselgruppe, „Îles Malouines“, zurück, die sich auf die Seeleute und Fischer aus der bretonischen Hafenstadt Saint-Malo bezieht, die ersten bekannten Siedler auf der Inselgruppe. Der Name Malvinas wurde im spanischen Sprachraum geläufig, weil die französische Siedlung von Spanien übernommen wurde und bis 1811 eine Überseekolonie blieb.

Lange Geschichte von Territorialstreitigkeiten

Die Aufgabe der Kolonie durch Spanien bedeutete jedoch nicht auch den Verzicht auf die Souveränität über die Inseln. Kein Wunder also, dass die Falklandinseln ständig Gegenstand von Territorialstreitigkeiten waren, anfangs zwischen Großbritannien und Spanien, danach bis heute zwischen Großbritannien und Argentinien. Das Vereinigte Königreich behauptete seine Ansprüche, indem es 1833 einen Flottenstützpunkt auf der Insel errichtete und 1837 eine Kolonialverwaltung.

Die heute nicht mehr als 3000 Seelen zählende Bevölkerung stammt überwiegend von Einwanderern der Britischen Inseln ab, die sich um die Hälfte des 19. Jahrhunderts auf den Inseln niederließen, fast ausschließlich nordenglischen und schottischen Ursprungs. Ungefähr zeitgleich gab es auch Einwanderer aus Lateinamerika.

Zwei Drittel der Bevölkerung konzentriert sich auf die Hauptstadt Stanley auf Ost-Falkland. Auf West-Falkland, der zweiten größeren Insel, liegt Port Howard, wo sich auch ein Flugplatz befindet, doch nur 22 Einwohner (2012) leben. Die restlichen Siedlungen sind über die Haupt- und Nebeninseln verstreut und nur weniger als zehn haben mehr als 50 Einwohner.

Die Einwohner, die sich selbst „Kelpers“ (kelp: englisch für Tang/“Die im Tang Lebenden“) nennen, sprechen Englisch, allerdings mit vielen Übernahmen aus dem Spanischen, besonders was Begriffe zu Viehhaltung und Umgang mit Pferden betrifft.

Besser bekannt wurde den Europäern das Archipel im Ersten Weltkrieg, als in den Gewässern des Süd-Atlantik zwischen einem deutschen und einem britischen Flottenverband das Seegefecht bei den Falklandinseln stattfand und das Ostasiengeschwader unter Vizeadmiral Maximilian Graf von Spee fast vollständig vernichtet wurde.

1982 rückten die Falklandinseln in den Mittelpunkt des Weltgeschehens, nachdem Argentinien am 2. April den Falklandkrieg auslöste. Am 14. Juni, nach schweren Gefechten, wurde Argentinien zur Aufgabe gezwungen und hinterließ auf der West-Insel einen Soldatenfriedhof mit fast 700 eigenen Gefallenen.
Heutige Hauptattraktion: Seebären und Pinguine

Heute ist der kleine Hafen Stanley ein friedliches Plätzchen Erde, vor dem fast durchgehend Kreuzfahrtschiffe vor Anker gehen. Die Passagiere, welche auf eine Tagesreise an Land gehen, besuchen die kleine Kirche aus der Zeit der Walfischjäger und staunen über die Größe der vier Walfischknochen, die vor dieser zu einem Bogen zusammengefügt sind. Sehenswert ist auch die Hauptstadt wegen ihrer einzigartigen Mischung aus südamerikanischem Flair und viktorianischem Baustil. Von dieser Atmosphäre, der Erinnerung an die Zeiten der Walfischsegler und von kleinen Souvenirs lebt ein Teil der Bewohner, doch die Haupteinnahmen des Tourismus kommen von den Urlaubern, die einen längeren Aufenthalt auf dem Land verbringen, wo das Naturerleben im Vordergrund steht. Das Einkommen der Inseln kommt jedoch auch heute noch zu rund 50% aus dem Meer, in Form von Walen und Fischen. Die andere Hälfte besteht zu ungleichen Verhältnissen aus Tourismus, dem Verkauf von Wolle (Hauptabnehmer natürlich England) und der Vergabe von Fischfanglizenzen. Diese Verhältnisse verschieben sich ständig, vor allem nachdem in den Inselgewässern Erdöl entdeckt wurde, welches von verschiedenen Gesellschaften gefördert wird, doch noch nicht zum großen Boom wurde.

Die raue Landschaft und die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt locken seit einigen Jahren immer mehr Erlebnistouristen an, was zu einem stetigen Ausbau der Unterbringungsmöglichkeiten führte. Zahlreiche Wanderrouten führen in fast jeden Winkel des Archipels, wo viele seltene Vogelarten leben, allein fünf verschiedene Arten Pinguine. Diese bilden die Hauptattraktion der Inseln, da ihre Kolonien mehrere Millionen Exemplare umfassen, was auf die so gut wie nicht existierenden natürlichen Feinde zurückzuführen ist. An den Küsten beheimatet sind auch noch zahlreiche Kolonien von Mähnenrobben, Südamerikanischen Seebären und Südlichen See-Elefanten.

Diese befinden sich sowohl auf den beiden Hauptinseln als auch auf Volunteer Point, Bluff Cove Lagoon, Gypsy Cove, Sea Lion Island oder Mount Longdon, den  einzigen Inseln mit höheren Bergen im ganzen Archipel, welches über 200 Inseln umfasst - darunter viele, auf die noch kaum jemals ein Mensch seinen Fuß setzte.

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