Die Goldhörigen

Mittwoch, 30. Juli 2014

„Das Hauptprinzip heißt heute nachhaltige Entwicklung“, kommentierte Costa Carras, Vizepräsident der „Europa nostra“ den Fall Rosia Montana anlässlich der Vor-Ort-Inaugenscheinnahme, als die uralte Bergbauortschaft im Siebenbürgischen Erzgebirge zu einer der sieben europaweit meistgefährdeten („most endangered“) Ortschaften erklärt wurde. „Das Goldförderprojekt von RMGC hat alle Charakteristika eines jeder Nachhaltigkeit genau antithetischen Projekts“, fügte er hinzu. Der Präsident der Europäischen Organisation für Kulturgut, Denis de Kergorlay, fügte nach der Begegnung mit RMGC-Vertretern hinzu: „Das Bergbauprojekt könnte einige Objekte des Kulturguts retten. Aber seit ich weiß, dass der ganze Cârnic-Berg zerstört werden soll, kann ich an eine Rettung nicht glauben, die uns die Goldkompanie vorschlägt.“

Die hohen Vertreter des Europäischen Kulturschutzes waren in Begleitung von Mitarbeitern des Instituts der Europäischen Investmentbank (EBI) und der Entwicklungsbank des Europarats in Rosia Montana und hatten alternative Entwicklungsvorschläge für die Ortschaft im Gepäck. Umsonst.

Der Gemeinderat von Rosia Montana war kurz vorher vom Bürgermeister Eugen Furdiu im Dringlichkeitsmodus zu einer außerordentlichen Ratssitzung zusammengetrommelt worden, die einen einzigen Tagesordnungspunkt hatte: Die Verlängerung des Raumordnungsplans der Ortschaft um weitere drei Jahre. Jenes Raumordnungsplans, der gerichtlich außer Kraft gesetzt ist, weil er unter schwerwiegender Übertretung rechtlicher Normen ausgearbeitet und vom Verein „Alburnus Maior“ erfolgreich gerichtlich eingeklagt wurde.

Die jüngsten Vorgänge von Rosia Montana zeigen, wie stark immer noch die Rosia Montana Gold Corporation (RMGC) auf eine Änderung der Windrichtung im umstrittenenen Präzedenzfall der Wegradierung einer Ortschaft ist, die nachweislich seit römischer Zeit besiedelt ist und zu den erhaltenswertesten in Rumänien gehört.

Stark ist RMGC durch die Lokalpolitiker, die sie manipuliert und wohl auch extra auf ihren Lohnlisten hat. Aber die RMGC ist auch stark durch die Politik und die Politiker, die in Rumänien das Sagen haben, durch einen Premierminister V.V.Ponta, der erst ein der RMGC günstiges Gesetz ausarbeiten und, von ihm eigenhändig unterschrieben, ans Parlament schicken lässt, um nahezu im selben Augenblick zu sagen, dass er als Abgeordneter für dieses Gesetz nicht stimmen würde, stark ist die Gold Corporation durch einen UDMR-Abonnenten auf den Posten des Kulturministers, der versucht, an der öffentlichen Meinung vorbei eine Genehmigung für den Goldabbau im Tagebau zu mogeln, aufs vage RMGC-Versprechen hin, ein paar Millionen Lei, verstreut über viele Jahre, in die Kultur zu stecken. Und stark ist RMGC durch die käuflichen Kommunal- und Regionalpolitiker, die nach ihrer Pfeife tanzen.

Das Neueste: der Oberignorant V.V.Ponta wird Präsidentschaftskandidat. Und im Unglücksfall seiner Wahl der nächste Player-Präsident Rumäniens, der von nix eine Ahnung hat, aber in alles seine Nase reinsteckt.


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