Die Hundefrage bei Hirten

Donnerstag, 11. Februar 2016

Reschitza/Bukarest – Der UNPR-Abgeordnete Ion Tabugan (ehemals PD, auch mal PNL), ein Forstingenieur und vormaliger Leiter der staatlichen Forstverwaltung Romsilva Karasch-Severin, hat unlängst (leicht zu unrecht) für Heiterkeit bei einem privaten Fernsehsender gesorgt, als er mit einer Aussage zitiert wurde, dergemäß die größten Waldvernichter Schafe und Ziegen sind, durch ihre Hufe, die die Struktur des Waldbodens vernichten. Bei einem Besuch in seinem Wahlkreis, als er auf diese Aussage angesprochen wurde, behauptete er, diese sei aus dem Kontext gerissen gewesen. Er habe im Parlamentsausschuss für Land-, Forstwirtschaft und Lebensmittelindustrie, als über den Dauerbrenner „Hirtenhunde bei den weidenden Schafherden“ gesprochen wurde, nicht nur gesagt: „Schafe und Ziegen sind die größten Feinde des Waldes“. Das sei aus dem Kontext gerissen. „Als ich für das Verbot des Zugangs der Schaf- und Ziegenherden in Wälder plädierte, habe ich mich weniger auf den Schaden durch Triebverbiss und Rindenabnagung bezogen – was, keine Frage, aber einen durchaus großen Schaden beim Jungwuchs verursachen kann – sondern mehr auf das, was im Forstgesetzbuch beschrieben ist: Schafe und Ziegen richten im Wald größten Schaden an durch das Feststampfen des Bodens. Ihr Tritt wirkt ähnlich den mechanischen Bodenverdichtern mit Zylinder, die von Wege- und Straßenbauern verwendet werden.

Früher, bevor diese Geräte erfunden wurden, hat man die Schaf- und Ziegenherden bewusst auf vorgefassten Wegen durch die Wälder getrieben, um befahrbare Schneisen zu schaffen, die durch den Huftritt sehr festen Untergrund bekommen haben. Übrigens: bei den Diskussionen im Parlamentsausschuss hat meine Aussagen ein Herr bestätigt, der einem Schafzüchterverband mit 20.000 Tieren vorsteht. Es geht ums Prinzip des ganz großen Drucks durch das Körpergewicht, auf eine sehr kleine, auf den Huf konzentrierte Fläche, was zur Setzung des Waldbodens durch Feststampfen führt.“ Bezüglich der gesetzlich festgelegten Anzahl von Hunden je Herde – eine Forderung der Jägerverbände, denen viele Volksvertreter angehören – zeigte sich Ion Tabugan tolerant: „Das muss man jedem Hirten überlassen. Jeder weiß am besten, wie viele Hunde er braucht, um seine Herde zusammenzuhalten und auch vor Raubtieren zu schützen.“ Hingegen hat Ion Tabugan ganz bestimmte Vorstellungen über die einzusetzenden Hunderassen: „Ein Hirte, der Windhunde oder Mischlinge von Windhunden hält, der will sie bloß haben, um sie aufs Wild zu hetzen, damit er selber illegal zu Wildbret kommt. Spezialisierte Rassen und Mischlinge zum Schafehüten aber kann er sich meinetwegen halten, wie viele ihm behagen und ökonomisch vertretbar sind.“

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