„Die Kinder der Stadt“

Donnerstag, 04. April 2019

Von der ehemaligen Kronstädter Werk-Elf ist nur noch die Namenstafel geblieben.

Kronstadt bleibt, was den Fußball betrifft, drittklassig. ACS SR Brașov, der Verein, der sich als Nachfolger von „Steagul Roșu“ und „FC Brașov“ betrachtet, wird den Aufstieg in die B-Liga in diesem Jahr nicht schaffen. Im Vorjahr aus der vierten Liga aufgestiegen, konnte der von den Fans gegründete Verein aus eigenen Kräften nicht mithalten mit Teams wie Turris Oltul Turnu Măgurele (Vereinsboss ist Liviu Dragneas Sohn Valentin) oder FC U Craiova. Sponsoren sprangen ab, das Geld wurde knapp, Schulden entstanden, die besten und erfahrenen Spieler suchten sich, noch vor der Winterpause, neue Arbeitgeber.

Es stellte sich sogar die Frage, ob ACS SR Brașov nicht aufgelöst wird und sich aus der Meisterschaft zurückzieht. Trainer Florin Stângă und sein Assistent Toto Șanta appellierten an ihre Trainerkollegen von anderen Kronstädter Fußballclubs, die begabtesten Junioren an ACS SR „auszuleihen“, damit der Verein die laufende Meisterschaft beendet und im besten Fall auch den Klassenerhalt schafft. Das junge Team schlägt sich tapfer in der dritten Liga. Zwar wurde noch kein Sieg in der Rückrunde verzeichnet; aber in den letzten drei Spielen mussten die Kronstädter kein Tor einstecken. Ihre Fans (beim letzten Heimspiel waren es 300) nennen sie liebevoll „die Kinder der Stadt“. Die Kronstädter sind nun auf Platz 6 mit 33 Punkten in der Wertung, die Turris mit 47 Punkten anführt.

Es ist lobenswert, dass Kronstadts Junioren diese Feuerprobe gut bestehen. Aber wenn Kronstadt im großen Fußball mitmachen will, so braucht es doch eine sichere und stärkere finanzielle Basis als die Improvisationen von heute. Vom Bürgermeisteramt kommen Versicherungen, dass der Kronstädter Fußball nicht abgeschrieben wird. Bürgermeister Scripcaru kündigt die Gründung des Sportvereins CSM Corona an. Der wird transparent aus öffentlichen Geldern getragen, sagt er. Vorläufig könne ACS SR nicht mit der Corona-Fußballabteilung (nur Junioren) fusionieren: erstens, weil der Stadthaushalt nicht in einer Endvariante genehmigt wurde und zweitens, weil die Schulden anderer nicht übernommen werden dürfen. Corona ist stark in Frauenhandball, Eishockey und Wasserpolo. Auch Basketball (das Frauenteam von „Olimpia“) wäre Corona-würdig. „Da muss auch der Kreisrat was tun; die Stadt kann nicht alles tragen“, blockiert Bürgermeister Scripcaru solche Initiativen.
Der Kronstädter Fußball tritt zur Zeit auf der Stelle. Das ist seine Überlebensstrategie.

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