Die Kinder von Michelsberg

Ein neues Buch von Karin Gündisch ist im Schiller Verlag erschienen

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Karin Gündisch, Die Kinder von Michelsberg, 118 S., Schiller Verlag Hermannstadt / Bonn 2011

Emma (11), Astrid (10) und Anna (6) wohnen in Michelsberg/Cisnădioara. In ihrem neuesten Buch schildert die Kinderbuchautorin Karin Gündisch anhand der Erlebnisse und der Unterfangen der drei Mädchen das Geschehen in dem kleinen Dorf in der Nähe von Hermannstadt/Sibiu – das im Buch Wilhelmstadt heißt. Die Schriftstellerin selbst stammt aus Heltau/Cisnădie – und diese Kleinstadt wird im Buch bezeichnenderweise Heimbrich genannt.

Karin Gündisch lebt seit 1984 in Deutschland, verbringt die Sommermonate seit einigen Jahren jedoch in Michelsberg. Entsprechend wird in ihrem neuesten Buch die Ferienzeit im Dorf geschildert. Dies geschieht – wie auch in den bisherigen Veröffentlichungen – aus der Perspektive einer Autorin, die die Eigenheiten und Verhältnisse in Siebenbürgen bestens kennt. Ihr Zielpublikum sind die jungen Leute im Ausland.

Die Protagonistinnen des Buches wohnen auf der Post, weil ihr Vater der Postmann des Dorfes ist. In ihrem Nachwort schreibt die Autorin, dass das, was in ihrer Geschichte steht, eine Erfindung der Schriftstellerin ist. Wer die Michelsberger kennt, erlebt dennoch die Überraschung, viele Geschehnisse und Gestalten identifizieren zu können. Wie den Onkel Emil zum Beispiel, der Schauspieler in Wilhelmstadt und mit einer Zahnärztin liiert ist.

Die Hauptgestalt ist eine Astrid, wie auch in den „Geschichten über Astrid“. Die Michelsberger Astrid „von der Post“ will Schauspielerin werden und übt sich vorerst mit Freundin Miriam „vom Silberbach“ oder „vom Flickschuster“ – die Mädchen möchten adelig sein – im Theaterstückeschreiben. Weil die auf Sommerfrische angereisten Gäste Neues in die Eintönigkeit des Dorfes bringen, fließen in die Stücke selbstverständlich die von den Mädchen aufgeschnappten Dialoge und Beobachtungen dieser Gäste ein. Nicht ganz zur Freude der Betroffenen und der Eltern!

Zum Sommeralltag gehören in Michelsberg die Busladungen Touristen, die zu Kaffee und Kuchen zur Familie des Postmannes kommen. Wenn sie aus dem Bus steigen, rennen die Gäste zunächst alle aufs Klo, ehe sie die zehn von der Mutter gebackenen Blechkuchen verzehren. Vertraut gemacht werden die jungen Leserinnen und Leser ferner u. a. mit dem Glockenläuten am Abend, dem Kundtun der Neuigkeiten durch den Trommler Hermann oder die Tanzunterhaltungen, dass in die Dörfer „Schwererziehbare“ aus Deutschland kommen und vieles andere mehr.

Das als Band 5 in der Reihe siebenbürgische Kinder- und Jugendbücher des Schiller Verlages erschienene 118 Seiten Text und zahlreiche Fotos umfassende Buch kostet 40 Lei und ist im deutschsprachigen Buchhandel erhältlich.

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