Die Krise als Chance?

Gesundheit in Zeiten der Sparpolitik

Mittwoch, 11. Juli 2012

In entspannter Atmosphäre, beim sogenannten European Health Forum Medien-Heurigen, ganz nach Wiener Tradition in der Probusgasse beim „Welser“, gab es die Gelegenheit für Hintergrundgespräche und Vernetzung mit Vorstandsmitgliedern der wichtigsten gesundheitspolitischen Fachveranstaltung in Europa sowie mit dem stellvertretenden Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich, Dirk Fassbender.

Der Veranstalter des European Health Forum (EHF) ist das Internationale Forum Gastein (IFG), ein gemeinnütziger und überparteilicher Verein, gegründet durch Günther Leiner, sozial engagierter Arzt und ehemaliger österreichischer Abgeordneter im Nationalrat, sowie Franz Weichenberger, selbstständiger Unternehmer und Tourismusobmann von Bad Hofgastein. EHF Gastein vergibt auch einen Jahrespreis, den sogenannten European Health Award, sowie Stipendien für Vereine. Das eng mit der EU-Kommission zusammenarbeitends Programm hat sich als Ziel gesetzt, soziale Netzwerke zwischen verschiedenen Ländern zu knüpfen. Natürlich sind nicht nur die 27 EU-Staaten mitbeteiligt, sondern auch andere Länder Europas und auch Russland. Heuer findet wieder das viertägige Treffen im Oktober statt, wo sich viele international bekannte Politiker und Unternehmer zusammensetzen, um über die Verbesserungsmöglichkeiten des Gesundheitssystems zu diskutieren.

Der EHF-Präsident Gün-ther Leiner gab beim Heurigen bekannt, dass jährlich bis zu 600 Experten aus 40 Ländern, darunter auch Rumänien, am Kongress teilnehmen. 2012 soll unter dem Motto „Die Krise als Chance?“ versucht werden, das Gesundheitswesen zu retten, zu verbessern, da „diese Problematik in jedem Land anders diskutiert wird“. Leiner meint, dass „da etwas nicht in Ordnung“ sei und vieles geändert werden muss. Die Krankenhausstruktur und die Versorgungsqualität sollten verbessert, die Krankenhausdichte verringert werden. Seit der Gründung des European Health Forums 1998 als „gesundheitspolitische Konferenz“ hat sich die EU-Kommission da massiv beteiligt.

Der beim Heurigen anwesende Vertreter des Alt-Gesundheitsministers von Malta und EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik, John Dalli, meint, dass in den letzten fünf Jahren mehr als 200 Millionen Euro in das Gesundheitssystem EU-weit investiert worden seien. Eigentlich ist das nicht sehr viel, oder? Eine elektronische Plattform wurde bereits erstellt, „eine Art papierlose Krankenakte“ soll diese sein, denn der Austausch und die Kooperation seien von enormer Wichtigkeit. Allerdings kann deren endgültige Umsetzung auf Grund des Datenschutzes problematisch werden.

Das 15. European Health Forum Gastein wird vom 3. bis 6. Oktober 2012 im österreichischen Bad Hofgastein stattfinden, und zwar mit folgenden Schwerpunkten: die Folgen der Wirtschaftskrise und der Sparbudgets für das Gesundheitswesen; künftige Herausforderungen für die Gesundheitssysteme; Nichtübertragbare Krankheiten; Medizin der Zukunft – Personalisierte Medizin; Moderne Gesundheitskommunikation.

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