Die Kunst der Werbung

Ausstellung über den Werbegrafiker Lucian Bernhard in Bukarest

Samstag, 08. Juni 2013

Lucian Bernhard hat die Werbegrafik weltweit maßgeblich geprägt. Foto: Magdalena Naporra

Bukarest - Sie ist ein fester Bestandteil des modernen Lebens und wird doch selten voll wahrgenommen: Werbung. Die verschiedenen Anzeigen, Werbefilme und Jingles im Radio beeinflussen eher unterbewusst, deshalb wird kaum über die aufgenommene Information nachgedacht, geschweige denn über ihre Schöpfer.

Die Ausstellung „Lucian Bernhard – Werbung und Design im Aufbruch des 20. Jahrhunderts“, die seit Donnerstag im Nationalen Kunstmuseum der Hauptstadt zu sehen ist, widmet sich einem dieser Werbeschaffenden und gibt einen Überblick über die vielfältigen Plakatentwürfe sowie Buch- und Zeitschriftengestaltung von Lucian Bernhard. Der Grafiker, der 1883 in Cannstatt bei Stuttgart als Emil Kahn geboren wurde, hat die Werbesprache und Plakatwerbung nicht nur in Deutschland maßgeblich geprägt, seine Entwürfe sind weltbekannt, was man von ihm selbst nicht behaupten kann. Als Person trat er nie aus dem Schatten seiner Designs hervor.

Der Besucher kann anhand der Ausstellungsstücke selbst erleben, wie Bernhard die Produkte nach seinen Vorstellungen verkauft. Das Interesse, Produkte mit Werbebotschaften zu vermarkten, setzte in Deutschland, anders als in England oder Frankreich, erst relativ spät, nämlich ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts ein. Durch die Industrialisierung gab es mehr und mehr Massenware, die an den Mann gebracht werden sollte. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, brauchte es ein besonderes Image, ein Firmenlogo und findige Anzeigen, die im Gedächtnis blieben.

Bernhard setzte in seinen Entwürfen auf Klarheit und Einfachheit, um so eine eingängige Botschaft zu vermitteln. Er erkannte auch die maßgebliche Bedeutung der Schrift und entwickelte selbst mehr als 36 Schriftstile.

Die Wanderausstellung des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa), die in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut und dem Nationalen Kunstmuseum organisiert worden ist, steht noch bis zum 30. September in der Str. Ştirbei Vodă 1-3 in Bukarest den Besuchern offen.

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