„Die Lage bei UCM Reschitza ist delikat”

Bald über 1000 Arbeitnehmer in „technischer Arbeitslosigkeit”

Samstag, 18. April 2015

Reschitza – Die Lage sei „wieder schwierig”, aber „nicht schwieriger als bei vormaligen Gelegenheiten”, kommentierte die Leitung des Reschitzaer Maschinenbauwerks UCMR die Gerüchte, die rund um eine bevorstehende Massenentlassung im Werk in Reschitza/Reşiţa zirkulieren. Dieser Einschätzung stimmte auch Jivomir Tovladiac, der Gewerkschaftsvorsitzende des Werks bei und nannte die Lage „delikat”.

Nach wie vor verfüge die Gesellschaft nicht über ausreichend Aufträge, um die gesamte noch vorhandene Belegschaft voll auszulasten, hieß es. Mehr noch, in den kommenden etwa vier Monaten (April-Juli) wird der Auslastungsgrad noch weiter sinken, weil ein echter Mangel an Aufträgen aufgetreten sei. Folglich müssten in unmittelbarer Zukunft „etwa 300” der gegenwärtig vollbeschäftigten Arbeitnehmer in die „technische Arbeitslosigkeit” geschickt werden. Von denen also, die jetzt noch normal ausgelastet sind.

Cosmin Ursoniu, der seit geraumer Zeit das insolvente Unternehmen (allerdings an Seiten und unter Aufsicht des gerichtlich bestellten Insolvenzverwalters) als Generaldirektor leitet, äußerte sich jüngst gegenüber der online-Publikation „Argument-CS”: „UCM Reschitza hat keine Aufträge, um alle Belegschaftsmitglieder zu beschäftigen. Vom April bis Ende Juni -Anfang Juli, haben wir einen richtigen Einbruch in der Auftragslage. Folglich müssen wir etwa die Hälfte der gegenwärtig rund 580 Vollbeschäftigten in die technisch bedingte Arbeitslosigkeit schicken. Etwa 300. Ich gebe zu: wir hatten auch Diskussionen rund um mögliche Entlassungen. Aber bis heute gibt es keinen diesbezüglichen Beschluss des Verwaltungsrats. Wir haben ja jedes Interesse, je mehr Belegschaftsmitglieder in irgendeiner legalen Form an uns gebunden zu halten. Es kann sich jederzeit etwas in der Auftragslage ändern, etwa durch plötzliche größere Aufträge. Aber UCMR ist auch ein Privatunternehmen des Staates, kann also nicht in erster Linie Sozialschutz zum Ziel haben. Zu viel Sozialschutz bringt die Firma um.” UCMR handle gegenwärtig einen Vertrag aus, der ab Juli in Fertigung gehen soll. Dann werden wieder Belegschaftsmitglieder aus der „technischen Arbeitslosigkeit” zur Arbeit einbestellt.

Gewerkschaftschef Jivomir Tovladiac (von der Gewerkschaft „Reschitza 1771”, die zu Beginn der 1990er Jahre radikal bis turbulent aufgetreten war, gegenwärtig aber, gemäß ihrem Status als größte und einzig verbliebene Gewerkschaft des Unternehmens, mit der Unternehmensleitung kooperiert) gibt zu, dass es mit der Firmenleitung Gespräche über „einige Entlassungen” gegeben habe. Man sei aber zum Schluss gekommen, dass eine solche Radikalmaßnahme „zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht wünschenswert” sei.

Trotzdem könne man einen Teil der Arbeitnehmer, die zum Jahresbeginn 2015 zur Arbeit einbestellt wurden, angesichts des bevorstehenden Auftragsmangels quasi ab sofort nicht mehr beschäftigen.
Offiziell hat das Reschitzaer Maschinenbauwerk UCMR gegenwärtig 1300 Arbeitnehmer, von denen 720 in „technischer Arbeitslosigkeit” sind. Weitere rund 300 sollen dieser Tage dazukommen.

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