Die meistgefährdeten Denkmäler Europas

Holzkirchen in Südsiebenbürgen gehören dazu

Freitag, 09. Mai 2014

Bukarest (ADZ) - Die historische Region Dolcho in Griechenland, die Zitadelle in Alessandria (Italien), die Glocken des Mafra-Palastes (Portugal), die Synagoge in Subotica (Serbien), die Holzkirchen in Südsiebenbürgen und in der Nordwalachei: Diese und noch weitere zählen zu den meistgefährdeten Kulturdenkmälern in Europa. Das teilten vor Kurzem die internationale Organisation Europa Nostra und die Europäische Investitionsbank (BEI) im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung in Wien mit. Die Gründe liegen meistens im Mangel an Fachkenntnissen und Ressourcen, in der Vernachlässigung oder in nicht fachgerecht geplanten Sanierungen. Die Hauptbotschaft war, dass dringend Maßnahmen getroffen werden müssen. „Diese Auflistung ist ein Schlüsselelement, um die Menschen bezüglich des Denkmals in Europa zu sensibilisieren. Sie ist vor allem ein Aufruf zum Handeln. Interessierte private und öffentliche Akteure auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene werden aufgefordert, diese Denkmäler zu retten“, präzisierte der Vorsitzende der NGO Europa Nostra, Denis de Kergorlay, der weiter erklärte, dass dies eine langfristige Investition in das soziale Kapital Europas und in das wirtschaftliche Wachstum sei.

Die 60 anvisierten Holzkirchen in Südsiebenbürgen und der Nordwalachei, die als historische Denkmäler gelten, stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert und wurden mit traditionellen Bautechniken als einfache Bauten mit hohen Dächern errichtet. Sie sind wahre Beispiele für authentische Handwerkskunst, Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit. Die durch künstlerische Wandmalereien beeindruckenden Kirchen wurden in den letzten Jahrzehnten verlassen und sind jetzt in schlechtem Zustand. Die lokalen Gemeinschaften geben sich Mühe, sie zu sanieren, ihr Bestreben muss aber auf höherem Niveau unterstützt werden. Internationale Denkmalspezialisten und Finanzexperten der BEI werden die Stätten besuchen, um sie zu bewerten und zusammen mit den anderen Beteiligten zur Entwicklung einer Lösung beizutragen. Ende des Jahres werden die Ergebnisse dem Publikum präsentiert. Die Kampagne „Die sieben meist gefährdeten (Denkmäler)“ („The seven most endangered“) wurde voriges Jahr nach einem erfolgreichen Modell des US National Trust for Historic Preservation von Europa Nostra und BEI ins Leben gerufen, um Rettungsaktionen im Bereich Kulturerbe zu beschleunigen. Mehr Informationen über die Kirchen finden Sie unter www.60bisericidelemn.ro.

Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*