„Die Poesie drehte sich stets in meinem Kopf“

Lyrikerinnen Nora Iuga und Andra Rotaru lasen in Bukarest

Samstag, 09. März 2013

Nora Iuga und Andra Rotaru bei der Lyrik-Vorlesung
Foto: Aida Ivan

Die Autorinnen Nora Iuga und Andra Rotaru, repräsentative Vertreterinnen der älteren, schon etablierter bzw. der jungen Generation der rumänischen Literaten, haben Ende Februar in der Bukarester Humanitas-Buchhandlung neben der Kretzulescu Kirche im Rahmen der Veranstaltung „Der Donnerstag der Löffelchen“ Gedichte aus ihren Büchern gelesen.

Nora Iuga las aus „Câinele ud e o salcie“( dt. „Der nasse Hund ist eine Weide“),  ihrem jüngsten Gedichtband, der erst in ein paar Monaten anlässlich der Buchmesse Bookfest 2013 im Cartea-Românească-Verlag veröffentlicht wird.

Sie schrieb die Poesie letztes Jahr in Wien, einer Stadt, die sie dank der aristokratischen Stimmung und dem Geist der Habsburger Monarchie so sehr liebe, erklärte die Lyrikerin. „Die Poesie drehte sich stets in meinem Kopf. Ich schrieb beim Gehen, ich schrieb zuhause. Sicherlich widerspiegelt der Gedichtband diese Stadt aber unter anderem gibt es auch Gedichte, die aus meinem Inneren kommen und keine Verbindung zu diesem städtischen Raum Wiens haben“, erklärte die Autorin den Schreibprozess, den sie durchmachte. Ironie, Nüchternheit und Tiefsinn kennzeichnen die Gedichte von Nora Iuga.

An dem literarischen Treffen hat auch Literaturkritiker Daniel Cristea-Enache teilgenommen, der seine Meinung über Nora Iugas Gedichte geäußert hat. Er betonte, dass es im Fall Nora Iugas nicht um Poesie gehe, deren Beweggründe emotionaler Natur sind, so wie man bei einem oberflächlichem Lesen schlussfolgern könnte, sondern um  Poesie, die den Intellekt betrifft.

Die 33-jährige Dichterin Andra Rotaru las aus ihrem vor Kurzem erschienenen Band „Lemurul“ (dt. „Der Lemur“). Für „Lemurul“ wurde die  Poetin mit dem Preis „Der junge Dichter des Jahres 2012“ bei der Gala der jungen Schrifteller  ausgezeichnet. Die Literaturkritikerin Luminiţa Corneanu, die schon die Gedichtsammlung von Andra Rotaru rezensiert hat, fasste ihre Analyse zusammen: Es ist konzentrierte Poesie, in der über Körper, Fleisch, Haut und Blut ohne Schüchternheit gesprochen wird. Unter den zahlreichen Teilnehmern haben aktiv an den Diskussionen in der Humanitas-Buchhandlung auch der Übersetzer Sorin Mărculescu und der Dichter Constantin Abăluţă teilgenommen.

Kommentare zu diesem Artikel

Norbert, 13.03 2013, 21:12
Wenn die rumänisch Verwaltung und Politik von unten bis nach oben nur 10 Prozent erreichen würde, was die rumänische Kunst,Literatur,bis hin zu schönen Landschaften in diesem Land besitzt. Dann wäre Rumänien ein Vorbild.Es würde sich bei Den Menschen herumsprechen ,und das Land würde verstärkt von Touristen besucht werden.

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