Die schönen,hinterlassenen Gedanken

Ein Lesebuch zum 100. Geburtstag von Joseph Fuchs

Donnerstag, 18. April 2013

„Ich weiß nicht, wie andere sind, aber…“:, Wolfram Fuchs, der Sohn des Jubilars, ließ u. a. auch den „Erinnerungskünstler“ Ion Creangă mitreden. Foto: Zoltán Pázmány

Temeswar - Was bleibt uns von einem redlichen Menschen, wenn er nicht mehr unter uns weilt, von den schönen Gedanken, Worten und Taten? Zum 100. Geburtstag des aus dem Banat gebürtigen Mathematikers, Publizisten und Schriftstellers Joseph Fuchs haben sich seine Söhne, Wolfgang und Wolfram Fuchs, an das nicht alltägliche Nostalgie-Werk gemacht, diesen kleinen Hausschatz zu heben. Für die Familie, die ehemaligen Freunde und Kollegen, aber auch für die breite Öffentlichkeit.

Der daraus entstandene Sammelband „Joseph Fuchs. Raureif blüht im Stacheldraht“, vom Herausgeber-Duo Leseband betitelt, mit Unterstützung des Demokratischen Forums der Deutschen aus Hermannstadt herausgebracht, wurde nun auch im Temeswarer AMG-Haus im Rahmen der Vortragsreihe der deutschen Volksuni präsentiert. Die Buchvorstellung, untermalt von einer kleinen Gedenkausstellung, wurde im Beisein etlicher ehemaliger Lehrerkollegen, Schüler und Freunde der Familie Joseph und Friede Fuchs zu einer interessanten Gedenkstunde für alle.

Wie wichtig das Instrument der Erinnerung auch heute ist, belegte der in Deutschland lebende Sohn Wolfram, durch eine interessante, mit vielen Zitaten aus verschiedensten Bereichen, von Literatur, Wissenschaft bis Politik, gespickte Präsentation. Leben und Werk eines Menschen wurden dadurch auch zu einem richtigen Echo einer bewegten geschichtlichen Zeitspanne.  So bietet der Leseband, zur Sichtung und Bekanntmachung der vielen und zum Großteil heute unbekannten Schriften konzipiert, literarische, publizistische aber auch Auszüge aus der Korrespondenz von Joseph Fuchs zum Neu- oder Wiederlesen.

Der Buchtitel selbst, „Raureif blüht im Stacheldraht“ ist übrigens ein Zitat aus einem in Versform verfassten Brief, den Joseph Fuchs als Deportierter in einem ukrainischen Arbeitslager verfasst hatte. Unser Banater Landsmann Joseph Fuchs, 1913 in Knes geboren,  war schon „ein Mann seiner Zeit“, wie das sein ehemaliger Lehrerkollege aus Temeswar, Dr. Karl Singer, so treffend im Nachhinein resümierte. Seinem Heimatdorf hat Fuchs schöne literarische Erinnerungen und Beschreibungen gewidmet. Er absolvierte das Temeswarer deutsche Realgymnasium 1930, studierte Mathematik-Physik in Klausenburg. Nach seinem Kriegseinsatz, den schweren Jahren der Russland-Deportation, wirkte Fuchs als geschätzter Lehrer in Kronstadt, darauf (gemeinsam mit der Frau Friede) als Lehrer an der Lenauschule und der Temeswarer Universität, zuletzt schon als Krankenrentner ebenda als Radioreporter.

Einige der Anwesenden erinnerten sich nicht nur an den Lehrer, sondern auch an den begnadeten Showmaster ( auch oft gemeinsam mit dem jungen Erich Pfaff) an den deutschen Jugend- und Elternabenden in der Begastadt. Von der Autorin Henrike Brădiceanu-Persem und der DSTT-Schauspielerin Tatiana Sessler wurden einige der Texte von Joseph Fuchs, darunter lyrische und Prosatexte, zu Gehör gebracht. Rundum war dieser Nachmittag, der viele Erinnerungen aber auch allerhand Anekdotisches wachgerufen hat, eine „echt füchsische Buchpräsentation“. So befunden von der Schriftstellerin Else Schuster, ehemalige Lehrerkollegin der Beiden in der Temeswarer Lenauschule.

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