Die Tamina-Schlucht

Montag, 17. April 2017

Wenige Touristen finden zu diesen Stellen.

Blick in die Tamina-Schlucht
Fotos: Ralf Sudrigian

Vom Bahnhof Obertömösch/Timişul de Sus folgt man einige Hundert Meter der DN1 in Richtung Predeal und stößt auf der linken Seite auf einen Forstweg zur Tamina-Schlucht führt. Ein Wegweiser gibt an, dass der Weg mit dem blauen Band gekennzeichnet ist. Bis zur Tamina-Schlucht wird eine Wegdauer von 1 Stunde angegeben, weiter führt dann der Weg (mit einer ziemlich steilen Teilstrecke) in rund 2 ˝ Stunden hinauf zur Hohensteinspitze. Der Weg bis zur Schlucht mit ihren Wasserfällen ist nicht besonders schwierig und besteht eigentlich aus mehreren Abkürzungen durch den Wald, die die Serpentinen des Forstweges schneiden.

Die Tamina-Schlucht erhielt ihren Namen von dem 1813 im Schwarzwald geborenen und nach Kronstadt ausgewanderten Buchbinder Carl Dietrich (siehe auch den Beitrag von Uwe Konst aus der KR 40 vom 7.10.2010), weil sie ihn an eine gleichnamige bekanntere Schlucht aus der Schweiz  erinnerte. In der Tamina-Schlucht am Pietrei-Mici-Bach  befinden sich fünf Wasserfälle, von denen der größte eine Höhe von rund 10 m hat. Früher konnte die Schlucht begangen werden; heute sind die Leitern aus Metall und Holz zerstört und ein Durchgang ist nur  Extremsportlern zuzumuten. Achtung: im Gebiet sind Bären keine Seltenheit. Nicht zufällig heißt eine Stelle unterhalb der Schlucht „La ursărie“.

Projekte, die Tamina-Schlucht, ähnlich wie die Sieben-Leitern-Klamm, zur Sehenswürdigkeit umzugestalten, wurden von der Romsilva-Forstregie aus S˛cele vorgestellt. Finanziert werden sollten sie auch aus dem Erlös, wie die Zugangsgebühr der Sieben Leitern derselben Forstregie einbringt. Alles ist noch im Projektstadium geblieben – bei den „Sieben Leitern“ selber sind Reparaturarbeiten angesagt, da Wasser und Eis ihnen Schaden angerichtet haben.  Auf Computer-Monitoren sind Bilder zu sehen, wie es bei Tamina einmal werden könnte: mit Hängebrücken oder einer Halbkreis-Aussichtsplattform vom höchsten Felsen, den Dietrich „Huttenstein“ nach einem anderen Schweizer Vorbild, benannt hatte. Klettertrassen für Bergsteiger sollen erneuert, eine Picknick-Stelle eingerichtet werden. Gute Voraussetzungen gibt es: den für öffentlichen Verkehr gesperrten Forstweg gibt es, wie auch die nahe Eisenbahnhaltestelle. Was man noch braucht: das notwendige Geld und das Wissen, ein Gebiet mit besonderer Biodiversität trotz touristischer Erschließung intakt zu bewahren.

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