Die Textilien der Zukunft

Futurotextiles-Ausstellung stellt Innovation vor

Mittwoch, 18. September 2013

Textilien aus Holz oder Spinnenseide – die Kleider von Morgen sind derzeit in Temeswar zu sehen. Foto: Zoltán Pázmány

Kaum jemand macht sich Gedanken, wie wohl die Zukunft der Textilien aussehen wird, welche Fasern wohl „in“ und welche bald „out“ sein werden. Es gibt jedoch Leute, die an unserer Stelle daran gedacht haben und die sich immer wieder mehr als nur eine nützliche Entwicklung in diesem Bereich vorstellen. „Futurotextiles“ sammelt die Innovationen der Textilienwelt von Morgen und gibt sie innerhalb einer internationalen Ausstellung wieder. Die dritte Serie der Expo kam nun auch in Temeswar/Timişoara an. Hier beginnt sie ihre Weltreise, demnächst kommt sie in Bukarest an und geht dann wieder um die Welt.

Die Timco-Halle in der Circumvala]iunii-Straße bietet derzeit eine futuristische Szene. Mit einer merkwürdigen Musik der isländischen Sängerin Björk im Hintergrund, Lichter, die mal rosa, blau oder grün leuchten, lässt „Futurotextiles“ seine Besucher in eine leicht Science-Fiction geprägten Welt eintauchen. Spitze aus Erdbeerwurzeln, Spinnenseide aus Madagaskar, Vorhänge aus optischen Fasern oder ein Rock aus Zellulose, die selber aus den Bakterien wächst, die nach dem Prozess der Weingärung entstehen, selbsttönende Kleider für eine perfekt gebräunte Haut oder der Pullover, der Informationen über den gesundheitlichen Zustand der Person, der ihn an hat, bietet: „Man kann Textilien aus allem, was auf der Welt wächst, herstellen“, meint Caroline David, die französische Ausstellungskustodin, die zur Eröffnung der Ausstellung in Temeswar die Exponate vorstellte. Und diese Textilien werden auch in fast allen Bereichen der Welt verwendet. Innerhalb der Expo können wichtige Materialien für Sportkleider, für Wellness, Bauwesen und Möbelindustrie sowie für Weltallforschung gesehen werden.

 

Auf der Ausstellung unternehmen die Besucher eine künstlerische und unterhaltsame Entdeckungsreise durch die Welt der wissenschaftlichen und technologischen Textilien, durch die gestalterischen Schöpfungen der letzten Jahre. „Futurotextiles“ ist eine gute Gelegenheit für das Publikum, die jüngsten Innovationen auf dem Gebiet der Wissenschaft und Technik der Textilverarbeitung zu entdecken.

Die Ausstellung besteht aus drei Teilen: einem pädagogischen Teil, der die Ursprünge und die Vielfalt der Textilien erklärt, einem wissenschaftlichen, wobei der Schwerpunkt auf die Entwicklung der künftigen Technologien für Textilien fällt, und einer künstlerischen Seite, die die Künstler und Designer inspiriert. Innerhalb der Wanderausstellung werden auch lokale Künstler gefördert. Daniel Ignat ist ein junger Designer, Absolvent der Temeswarer Kunstfakultät. Der Rock, der ausgestellt ist, ist Teil seiner Kollektion „VolTech 2012“. Das merkwürdige Kleidungsstück wurde aus Textilien wie Seidennetz und Leder sowie Led-Fasern, die auf Schallsensoren reagieren, hergestellt.

„Futurotextiles“ wurde von den Lille3000-Teams 2004 entworfen und genießt seit 2006 internationalen Erfolg, seitdem die Ausstellung in der französischen Stadt Lille, der damaligen Kulturhauptstadt, prominent wurde. Die innovative Expo wurde bereits weltweit gezeigt und soll auch für Temeswar als Kandidatin für den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt 2021 als Vorbild dienen. „Dass nun sieben Jahre später die Ausstellung immer noch durch die Welt wandert – daraus kann Temeswar vieles lernen“, sagt Simona Neumann, Vorsitzende des Vereins „Temeswar- Kulturhauptstadt Europas“.

Seit 2006 gibt es bereits drei Serien der Ausstellung. „Futurotextiles 1“, die zum ersten Mal weltweit 2006 vorgestellt wurde, „Futurotextiles 2“ (2008) und nun „Futurotextiles 3“, die zum ersten Mal 2013 bis Mitte Juli in Paris innerhalb des Museums  „Cité des Sciences“ (Stadt der Wissenschaften und Industrie) ausgestellt wurde. Diese dritte Auflage der Ausstellung startet nun ihre erste Reise außerhalb Frankreichs – die erste Station ist Temeswar. Die Expo kann bis Ende September noch in der Timco-Halle besucht werden. Die nächste Station für die Textilien von Morgen ist Bukarest. Die Wanderausstellung kann ab dem 15. Oktober auch in Bukarest im Geschichtsmuseum besichtigt werden.

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