Die Wette gilt

Mittwoch, 15. Januar 2014

Symbolfoto: sxc.hu

Pst! Sie! Ja, Sie! Ich habe eine Tipp. Für ein Investment. Nein, nein, keine Angst, es geht nicht um Aktien, so riskant mag ich´s nicht. Etwas todsicheres. Wetten! Wie ich draufkomme? Ganz einfach. Manchmal habe ich eine Eingebung und zähle eins und eins zusammen. Nicht schlecht für einen Philologen, oder? Aber ich schweife ab. Sicher ist Ihnen aufgefallen, dass in unseren Städten die Wettbüros wie die Pilze nach dem Regen aus dem Boden schießen. Da kann kann man auf Pferde wetten oder Windhunde. Wem´s beliebt auf die dritte kamerunische Fußballliga. Oder auf die Eishockeymannschaft aus Jamaica.
Verschieben? Sie meinen man kann Wetten verschieben? Ante Sapina und so? Nein, IIlegales tu ich nicht. Aus Prinzip nicht. Ich bin eine ehrliche Haut. Ehrlich! Ich meine, man könnte ein Wettbüro eröffnen, das unserem Land etwas mehr angepasst ist. Was interessiert uns, treue rumänische Staatsbürger, die dritte kamerunische Liga? Die Hitze und die Korruption und Islamisten und wer weiß noch was. Vielleicht helfen denen sogar Elefanten beim Gewinnen.

Wir hingegen könnten auf landesspezifische Themen wetten. Beispielsweise: In welcher Kalenderwoche wird der 147. Kulturminister zurücktreten? Wie viel Meter Autobahn werden in den Jahren 2014-2044 fertiggestellt? Welcher hochrangige Politiker wird demnächst eingesperrt? Wie viel wird die neue Patriarchenkirche kosten (auf die Hundert-Million-Euro-Stelle genau)? Sie meinen, die Wetten sind zu politiklastig? Na gut, fächern wir die Wetten auf Themenfelder auf. Statt Windhunde, Pferde, Fußball, eben Politik, Gesellschaft und Kultur. Vorschlag Gesellschaft: In welchem Jahr wird der letzte Arzt auswandern? (Sachpreis: Ein Monatsaufenthalt in der Charité). Auf wie viele Buchstaben des Alphabets kommen die Schüler der zwölften Klasse gemeinsam in einem durchschnittlichen Lyzeum des Landes? Wie viele Rentner können sich im Winter eine warme Mahlzeit pro Woche leisten? Kultur? Ach ja, ich habe auch die Kultur genannt. Das war ein Versehen, denn auf die Kultur würde im Moment kein denkender Mensch wetten. Trotzdem? Na gut, wie wäre es mit: Wie viel Mal kann ein angehender Musiker einer Philharmonie seinen Wagen volltanken, zweimal, dreimal oder viermal? Das ist gemein, sagen Sie? Versuchen wir es mit: Wie viele begabte Mathematiker haben ein Stipendium in Harvard ausgeschlagen, weil sie lieber in Temeswar bleiben wollen? Zu einfach? Wie viele Lehrer können ohne Nebenverdienst leben? Beknackt? Sie haben damit angefangen... Aber, meine Damen und Herren, sehen Sie nicht auf diese Kleinigkeiten. Blicken Sie nach vorne. Dieses Wettbüro ist die Zukunft. Wir wetten auf was andere verwetten. Sind Sie dabei?

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