Die wunderbare neue Welt

Architekturausstellung zeigt Folgen der Migration auf

Donnerstag, 05. Oktober 2017

rn. Temeswar – „Die wunderbare neue Welt – Häuser rumänischer Auswanderer“: Dies ist der Titel der Ausstellung, die am 12. Oktober, um 19 Uhr, im ersten Stock der Iulius Mall (Demetriade-Str. 1) in Temeswar eröffnet wird.

Das Projekt nimmt sich vor, verschiedene Aspekte der Migration und den Boom im Bauwesen hervorzuheben, wie auch deren Folgen für die rumänischen Dörfer und Regionen. Häuser aus dem Oascher Gebiet, aus der Maramuresch und der Bukowina, die sich von den traditionellen Bauten durch ihre auffallenden Farben, zahlreichen Stockwerke und Dekorationen aus Marmor und Granit unterscheiden, werden vorgestellt. Die Besitzer dieser Häuser arbeiten im Ausland, in Italien, Spanien, Frankreich oder Großbritannien, und investieren das Ersparte in den Bau imposanter Häuser in ihren Herkunftsortschaften. Bauten, die meist leer bleiben, denn die älteren Menschen ziehen es vor, weiterhin ihre alten Häuser zu bewohnen.

Die Ausstellung ist Teil der Biennale für zeitgenössische Kunst Art Encounters, die zurzeit in Temeswar läuft. Sie wird von einem Workshop in englischer Sprache zum Thema „Transnationale Migration und ihre Konsequenzen im Südosten Europas“ ergänzt, der am Samstag, dem 4. November, zwischen 10 und 19 Uhr im Adam-Müller-Guttenbrunn-Haus über die Bühne geht. Ein erster, interdisziplinärer Workshop zu diesem Thema fand im November 2015 in Berlin statt. Nicht nur Rumänien, sondern auch seine Nachbarländer setzen sich mit der Auswanderung der einheimischen Bevölkerung in Richtung Zentral- und Westeuropa auseinan-der. Der Temeswarer Workshop beleuchtet die Unterschiede und Ähnlichkeiten des Phänomens in den Ländern Südosteuropas wie auch dessen Langzeitfolgen in Rumänien, Serbien, Kroatien u.a.

Die Fotografien, die im Rahmen der Ausstellung gezeigt werden, wurden größtenteils von Petruţ Călinescu geschaffen. Kuratorinnen der Expo, die bis am 5. November, täglich zwischen 10 und 22 Uhr besichtigt werden kann, sind Beate Wild und Raluca Buţincu Betea. Das Projekt wird von der Abteilung für Mittel- und Südosteuropa des Museums Europäischer Kulturen in Berlin, dem Rumänischen Kulturinstitut in Berlin und der Temescher Filiale des rumänischen Achitektenordens veranstaltet.

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