Dienstags deutsche Vorstellungen

Programm des Radu-Stanca-Theaters im April

Mittwoch, 30. März 2016

Camus behandelt in „Das Missverständnis“ die zentralen Fragen nach dem Sinn des Lebens und der (Un)Möglichkeit von Glück in einer gottverlassenen Welt. Regisseur László Bocsárdi wurde vom Rumänischen Theaterverband im Jahr 2012 mit diesem Stück für die beste Spielleitung ausgezeichnet.
Foto: Deutsches Staatstheater Temeswar

Hermannstadt - Einen vollen Spielplan bietet im April das Radu-Stanca-Theater. Fast täglich werden die Schauspieler auf der Bühne zu sehen sein. Darüber hinaus stehen Auftritte in Oslo, Mediasch, Budapest und Craiova auf dem Programm. Den Auftakt geben am ersten Aprilwochenende die Inszenierungen „Cerere în căsătorie“ (Der Heiratsantrag), „Opinia publică“ (Die öffentliche Meinung) und „Îmi place cum miroşi!“ (Ich mag wie du riechst!). An einem jeden Dienstag lädt die deutsche Abteilung zum Theaterbesuch ein. Aufgeführt wird zunächst am 5. April „Die Goldberg-Variationen“. Das Stück, welches George Tabori bereits im Jahr 1991 schrieb, feierte in Hermannstadt/Sibiu in der Inszenierung des luxemburgischen Regisseurs Charles Muller (deutsche Fassung von Alexandru Al. Şahighian) erst im vergangenen September seine Premiere. Im ersten Moment kommt es als komödiantische Theatergroteske daher, entfaltet sich dann aber zunehmend als große Metapher auf die Welt.

Auf den deutschen Bühnen gehört Lutz Hübner zu den meistgespielten Autoren der Gegenwart. Hierzulande ist der in Heilbronn geborene Dramatiker und Regisseur gleichwohl wenig bekannt. Das 2011 im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden uraufgeführte Stück „Die Firma dankt“ brachte Theodor-Cristian Popescu erst im Dezember zur rumänischen Erstaufführung auf die Hermannstädter Bühne. Nachdem die zweite Aufführung im Januar leider wenig gut besucht war, bietet sich am 12. April eine neuerliche Möglichkeit, einen Blick in die reale Arbeitswelt eines multinationalen Unternehmens zu werfen.

In der dritten Aprilwoche wird schließlich das Deutsche Staatstheater Temeswar zu Gast sein und „Das Missverständnis“ auf die Bühne bringen. Im Banat feierte es bereits im Juni 2012 seine Premiere. Geschrieben wurde das Stück von Albert Camus während des Zweiten Weltkriegs im besetzten Paris. Im Vordergrund der Handlung steht Martha, die zusammen mit ihrer Mutter ein Gasthaus in einem verregneten Ort in Tschechien betreibt. Um ihrem Wunsch nach einem besseren Leben näherzukommen, rauben die beiden Frauen ihre reichen Gäste aus und ertränken sie anschließend. Als ein neuer Gast eintrifft, ahnen die beiden nicht, dass es sich um den Sohn der Familie handelt, der sein Zuhause vor zwanzig Jahren verlassen und sich seitdem nie wieder gemeldet hat.

Auf Anregung von Constantin Chiriac, dem Generalintendanten des Radu-Stanca-Nationaltheaters, nehmen die deutschen Bühnen aus Hermannstadt und Temeswar/Timişoara die alte Tradition des gegenseitigen Gastspielaustausches der beiden rumäniendeutschen Sprechtheaterensembles wieder auf. Unterstützt wird der Austausch durch das Demokratische Forum der Deutschen im Banat und das Demokratische Forum der Deutschen in Hermannstadt. In der letzten Aprilwoche steht dann noch mit „Ziege, bist du satt“, in der Regie von Felicitas Braun, eine hauseigene Premiere an. Geschrieben wurde das Stück vom Wiener Autor und Regisseur Anatol Vitouch, dessen szenische Lesung „Drohbriefe an die Gesellschaft“ sowie das Theaterstück „Planet Walden“, welches im Mai am Badischen Staatstheater Karlsruhe seine Uraufführung erlebt, ebenfalls von Felicitas Braun inszeniert wurden.

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