Dienstpflicht wurde Herzensanliegen

Erstmals wurde Honterus-Medaille an einen deutschen Diplomaten verliehen

Mittwoch, 19. Juni 2013

Der Siebenbürgenforumsvorsitzende Martin Bottesch (l.) überreichte die Honterus-Medaille an den deutschen Generalkonsul Thomas Gerlach.
Foto: Hannelore Baier

Hermannstadt - Eine Premiere fand Montagnachmittag im Spiegelsaal des Forumshauses statt: Erstmals wurde die Honterus-Medaille des Siebenbürgenforums an einen Diplomaten verliehen und zwar den deutschen Generalkonsul in Hermannstadt/Sibiu Thomas Gerlach. Martin Bottesch, der Siebenbürgenforumsvorsitzende, verlas den einstimmig gefassten Beschluss des Vorstands dieses Regionalforums aus seiner Sitzung vom 16. März, die Würdigung für besondere Verdienste beim Zusammenhalt der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft dem Diplomaten zuzuerkennen. An der von Elena und Ioan Bojin sowie Kurt Philippi musikalisch begleiteten Feier nahmen der Landesvorsitzende Dr. Paul-Jürgen Porr, der Aussiedlerbeauftragte der Bundesregierung Dr. Christoph Bergner, Bürgermeister Klaus Johannis, Reinhart Guib, der Bischof der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien, Dr. Bernd Fabritius, der Bundesvorsitzende des Verbands der Siebenbürger Sachsen, und zahlreiche weitere Persönlichkeiten aus Politik, Diplomatie, Kultur und Wirtschaft teil.  
 
Mit der Honterus-Medaille geehrt wurden anfangs Siebenbürger Sachsen und in den vergangenen Jahren auch deutsche Politiker, die sich um die deutsche Gemeinschaft in Siebenbürgen verdient gemacht haben, mit Thomas Gerlach wird jedoch einer der wenigen Diplomaten gewürdigt, die sich ein zweites Mal nach Rumänien entsenden ließen, sagte der DFDR-Abgeordnete Ovidiu Gan] in seiner Laudatio. Nach Hermannstadt kam Thomas Gerlach zum ersten Mal 2005 als deutscher Generalkonsul, seit dem 31. August 2009 hat er das Amt erneut inne und nutzte jede Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, Projekte zu unterstützen und vor allem, für Rumänien und insbesondere Siebenbürgen die Werbetrommel zu rühren, so der Laudator. (Die Laudatio wird in einer nächsten Ausgabe der ADZ abgedruckt.)
Es sei die „schönste und wertvollste Auszeichnung“, die er in seinem fast 35-jährigen Berufsleben bekommen habe und könne sich schwer vorstellen, eine wichtigere zu erhalten, sagte Gerlach in seiner Dankesrede. Laudator Ganţ habe recht mit der Aussage, Hermannstadt und Siebenbürgen seien ihm und seiner Frau Manuela zur zweiten Heimat geworden. Die erste Anreise im Februar 2005 sei mit dem einen und anderen Vorurteil im Gepäck erfolgt, doch war er auf Siebenbürgen auch positiv neugierig gemacht worden. Die herzliche Aufnahme habe ihnen das Einleben dann leicht gemacht, so Generalkonsul Gerlach.

Zu den Kernaufgaben eines deutschen Vertreters in Siebenbürgen gehöre „die Unterstützung der deutschen Minderheit, das Bemühen, ihre Position zu festigen“, so Gerlach. Diese Aufgabe sei ihm „sehr schnell von einer Dienstpflicht zu einem Herzensanliegen geworden“, zumal er davon überzeugt ist, dass die Deutschen in Siebenbürgen eine ganz wichtige Rolle in den deutsch-rumänischen Beziehungen spielen, worauf vor wenigen Tagen beim Besuch von Premier Ponta in Berlin erneut hingewiesen worden ist. Eine weitere Kernaufgabe der deutschen Diplomaten in Rumänien sei die Betreuung von Besuchern aus Politik, Wirtschaft und Kultur aus Deutschland. Seiner Meinung nach können gar nicht genug Besucher kommen, denn die deutsche Minderheit aber auch Rumänien als Ganzes brauche Multiplikatoren. Bei seinen Aufgaben habe er sehr positive Erfahrung gemacht und viele schöne und fruchtbare Begegnungen bei zahlreichen Kulturveranstaltungen kreuz und quer durch Siebenbürgen gehabt, sagte Generalkonsul Thomas Gerlach. Die Kontakte nach Siebenbürgen werden auch nach der Abreise in die Türkei, wo das nächste diplomatische Amt auf ihn wartet, nicht abreißen, so Generalkonsul Gerlach.   

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