Diözesanwallfahrt zum Temeswarer Dom

Bischof Roos zelebrierte dreisprachig die Kommunion der Banater katholischen Gläubigen

Dienstag, 21. April 2015

Bischof Martin Roos (Mitte) und seine beiden Haupt-Konzelebranten, Generalvikar Johann Dirschl (Vordergrund) und Erzdechant und Domherr József Csaba Pál (Hintergrund).

Ein Teil der Wallfahrer vom vergangenen Samstag im Hohen Dom zu Temeswar, mit ihren Priestern an der Spitze.
Fotos: Enikö Sipos

Temeswar - Samstag, den 18. April, wurde - wie seit rund zweihundert Jahren alljährlich nach Ostern - durch eine Wallfahrt der Banater Gläubigen die Konsekration des Temeswarer Bischöflichen Doms zu Sankt Georg, dem Schutzpatron des Banats, gefeiert. Es war die alljährliche Wallfahrt der Gläubigen der Diözese zur ersten römisch-katholischen Kirche des Bistums. Der Tag der Konsekration der ersten Diözesankirche wird an einem variablen Datum gefeiert – wie Ostern – was durch die Dekrete und Vorschriften der Bischöfe von Tschanad/Cenad und später Temeswar/Timişoara festgeschrieben wurde.

Dadurch haben die Bischöfe von Tschanad eine gute Gelegenheit zu einer Wallfahrt geschaffen, aber auch eine Möglichkeit für die Gläubigen, ihren Oberhirten zu treffen, sich an seiner Messe zu beteiligen und sich untereinander auszutauschen. So wird die Kommunion in Glauben und Gebet gelebt, die zwischen den Pfarreien der Diözese existiert.
Ladislaus Köszeghy de Remete, ein ehemaliger Jesuitenmönch, wurde 1800 Bischof von Tschanad mit Sitz in Temeswar. Er konsekrierte am 24. April 1803 den Temeswarer Dom (die römisch-katholische Kathedrale), die Hauptkirche der Hauptstadt des Banats, und den Hauptaltar der wichtigsten römisch-katholischen Kultstätte.

Vorausgegangen waren die Konsekrationen der sechs barocken Nebenaltäre, wie es zu jener Zeit Usus war. Zwischen dem 18.-24. April 1803 wurden, reihum und im Tagesrhythmus, die sechs barocken Nebenaltäre geweiht, so dass die Weihe des Hauptaltars und des Doms den Abschluss der Konsekrationsfeiern bedeutete. Die Altarbilder der Nebenaltäre und deren barocke Rahmung stammen von Johann Nepomuk Schöpf (1733-1798), das Sankt-Georgs-Bild des Hauptaltars vom damaligen Leiter der Wiener Kunstakademie, Michael Angelo Unterberger (auch Michelangelo Unterperger, 1695-1758). Der Hauptaltar ist von überlebensgroßen vergoldeten Stauen der Hl. Theresia von Avila und des Hl. Karl Borromäus (Carlo Boromeo) flankiert, den Namenspatronen der Regentin Maria Theresia und des Kaisers Karl.

Ursprünglich hatte Bischof Köszeghy den Weihetag des Doms auf den Tag des Hl. Georg (23. April) festgelegt. Da aber dieser Tag ziemlich oft in die vorösterliche Fastenzeit oder in die nachösterliche Oktave fällt, verabschiedete der Tschanader Bischof am 1. November 1811 ein Dekret, durch welches er die Erinnerungsfeier an die Konsekration des Doms auf den dritten Sonntag nach Ostern festlegte. Nach 2000 hat Diözesanbischof Martin Roos diese Gedenkfeier auf den zweiten Samstag nach Ostern verlegt und so seinem Klerus und den Gläubigen der Diözese die Möglichkeit geschaffen, sich zahlreich an der Diözesanwallfahrt zu beteiligen.

Jedes Jubiläum der Konsekration des Doms hat in ihrem Zentrum eine Heilige Messe, zelebriert vom Diözesanbischof, konzelebriert von den ranghöchsten Priestern der Diözese, die anwesend sind. Die Messe begann diesmal am Samstag um 11 Uhr, an Seiten des Bischofs konzelebrierten acht Priester (allen voran Generalvikar Johann Dirschl und der Erzdechant des Banater Berglands, Domherr József Csaba Pál), während die anderen an der Spitze ihrer Gläubigen angereisten Priester aus Arad, Karasch-Severin und Temesch sich an der Messe aus den ersten Reihen der Dombestuhlung beteiligten.

Der Bischof begrüßte alle Wallfahrer auf rumänisch, ungarisch und deutsch, sprach kurz über die Bedeutung dieses Tages, aber auch über die Freude der christlichen Kommunion der Banater Gläubigen, des gemeinsamen Feierns. Die Predigt zum Ereignis hielt Pfarrer Zoltán Toman, Sekretär des Diözesangerichts und Kaplan von Temeswar I Innenstadt. Auch er sprach rumänisch, ungarisch und deutsch und unterstrich die vielfältige Bedeutung dieses Doms, als Ort, wo der Bischof Priester weiht, wo die Öle für die Pfarreien und Gläubigen gesegnet werden, wo die Einheit zwischen Bischof, Priesterschaft und Gläubigen am prägnantesten zum Ausdruck gebracht wird. Zudem sprach Kaplan Toman über die Symbolkraft des Sankt-Georgs-Doms, über die Art und Weise, wie jeder Gläubige, jede katholische Gemeinschaft den Osterglauben an Christus den Auferstandenen bezeugen sollte, so dass in den Pfarreien der lebendige Glaube gestärkt werde. Ausgehend vom Brief an die Römer des Apostels Paulus entwickelte Zoltán Toman die Idee der Pflicht zur Nächstenliebe, niemandem in christlicher Liebe und Zuneigung etwas schuldig zu bleiben, die Gott zu verdanken sind. Das schenke uns Gott gratis, genauso gratis wie die Vergebung der Sünden, bzw. die Erlösung, das unschätzbare Geschenk, dessen sich jeder Christ erfreuen darf.

Zum Schluss der Messe hat Bischof Martin Roos allen Priestern und Gläubigen gedankt für die Teilnahme an diesen Augenblicken christlicher Kommunion. Er fühle sich vor allem seinen Priestern gegenüber zu Dank verpflichtet, die die nicht immer einfache Organisationsarbeit für diese Wallfahrt übernommen haben. Aber Bischof Ross sandte dreisprachig auch Grüße an alle zuhause Gebliebenen, die Alten, Kranken und die Kinder, die vielleicht im Geiste an der Wallfahrt teilgenommen haben.

Das Jubiläum der Domkonsekration wurde musikalisch vom Domorganisten Bajkai Fábian-Robert umrahmt, sowie von zahlreichen Wallfahrern, die ad-hoc einen Domchor bildeten.

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