Diözese Temeswar reagiert auf Online-Bericht

„The Telegraph“ veröffentlicht tendenziösen Artikel

Mittwoch, 05. August 2015

Temeswar – Ein in der britischen Online-Publikation „The Telegraph“ erschienener Beitrag über die Sanierung der Wallfahrtskirche Maria Radna sorgt für Unzufriedenheit bei der römisch-katholischen Diözese in Temeswar/Timişoara.
Dies, zumal der Autor des Artikels, Luke-Dale Harris, Informationen zum Besten gibt, die sich faktisch nicht bestätigen lassen. Harris schreibt in seinem Artikel, dass die siebenbürgischen Altbauten „brutal“ auf Kosten der europäischen Steuerzahler saniert wurden. Darin möchte er dem Leser klarmachen, dass Sanierungsprojekte in Höhe von insgesamt 100 Millionen Euro für Kirchen und andere historische Denkmäler in Siebenbürgen oberflächlich und unsachgemäß umgesetzt wurden. Maria Radna sei ein Beispiel dafür, schreibt Harris.

„Als Nutznießer des Projekts lehnen wir vehement die Anschuldigungen ab, dass diverse Stein- und Holzelemente von den Dächern und den Wänden der Basilika und des Klosters (...)durch das Bistum in Deutschland verkauft worden wären“, schreibt Kanzleidirektor Nicolae Lauş in einer Pressemitteilung, die als Recht auf Gegendarstellung zum bereits erwähnten Artikel gelten soll. In der Meldung belegt der Vertreter der Diözese Temeswar alle Informationen mit Fakten. Unter anderem schreibt Lauş, dass der Vergleich der Basilika Minor mit einem Disney-Schloss das Prestige des Wallfahrtsortes und die jahrhundertealte Geschichte der Franziskaner sowie das gesamte Projekt und alle darin Involvierten negativ berührt. Die gelbe Farbe, die zum Streichen der Außenwände verwendet wurde, ist nämlich die als „Kaisergelb“ oder „Schönbrunner Gelb“ bekannte Nuance, die bereits im 18. Jahrhundert alle öffentlichen Gebäude prägte.

„Die Anschuldigung, dass Steinelemente durch Betonblöcke ersetzt worden seien, ist tendenziös und unbegründet, da man in Wirklichkeit gerade umgekehrt vorgegangen ist. Die Betontreppen aus dem 20. Jahrhundert wurden durch Treppen aus massivem Stein ausgetauscht (...)“, wird in der Gegendarstellung bekannt gegeben. In dem von Luke-Dale Harris in Hermannstadt/Sibiu veröffentlichten Artikel wird auch  die Tatsache erwähnt, dass die Bauarbeiter jung, schlecht bezahlt und unerfahren seien. „Niemand ist minderjährig, zu jung, zu alt oder Insasse einer Haftanstalt“, steht es in der Pressemitteilung. Das römisch-katholische Bistum in Temeswar betonte weiterhin, dass es für jegliche Fragen offen steht, die von Journalisten oder anderen am Maria-Radna-Sanierungsprojekt interessierten Personen kommen. Das Sanierungsprojekt soll bis zum Jahresende abgeschlossen werden.

Kommentare zu diesem Artikel

Johann, 06.08 2015, 11:05
Ich verfolge seit einigen Monate die Arbeiten in Radna, in der Hoffnung Meister zu finden, die ev, meine Hausfassade in Sanktanna restaurieren koennten.

Fazit:

Ein privater Bauherr wuerde nie so eine Arbeit von solchen Leuten machen lassen.

Die Kirche, oeffentliche Autraggeber sollten in Zukunft ihre Immobilien mit eigenen Gelder instand setzen lassen, dann koennte man groesstenteils diesem Kulturverfall und der Verpopoisierung der rumaenischen alten Bausubstanz Einhalt geboten .werden.

Um der kirchlichen Stellungnahme ihre Glaubwuerdigkeit zu erhoehen , waere ich an ihrer Stelle interessiert, was an diesem Artikel dahintersteckt, und ein Gutachten in Auftrag geben. Oder besser gesagt der Hauptfinancier - EU- sollte es tun, um den Wahrheitsgrad des Gutachtens zu erhoehen und wuerde dem ohnehin beeintraechtigten Ruf der EU etwas Gutes tun. Der Europaeische Rechnungshof wuerde sich freuen.


Meine Fassade , habe ich beschlossen, muss also noch warten. Bis wann?
Bis man in diesem Land ordentliche Handwerker ausbildet.

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