Dissertation über deutschsprachige Kultur

Bianca Barbu promovierte an der West-Universität Temeswar

Dienstag, 01. August 2017

Dr. Bianca Barbu und ihr Großvater, Dr. Julius Galfy, der ein geschätzter Chirurg in Orawitza gewesen ist.
Foto: Raluca Nelepcu

Temeswar – Ein Nischenthema, das eine wissenschaftliche Bearbeitung unbedingt nötig hatte: So beschrieb Prof. Dr. Maria Sass von der Germanistik-Fakultät der „Lucian Blaga“-Universität in Hermannstadt/Sibiu die jüngst vorgestellte Dissertation der Temeswarerin Bianca Andrea Barbu.

Die Absolventin der Fakultät für Germanistik und Anglistik an der West-Universität Temeswar hatte sich in ihrer Promotion eines besonderen Themas angenommen. Sie forschte nämlich zur deutschsprachigen Kultur in Orawitza, mit besonderer Berücksichtigung der Volksliteratur und des Theaters (1717 – 1944). Für ihre Promotion erhielt Bianca Barbu die Bewertung „Sehr gut“ seitens der fünfköpfigen Prüfungskommission. Die Arbeit erstellte sie unter wissenschaftlicher Betreuung der langjährigen Leiterin des Temeswarer Germanistik-Lehrstuhls, Prof. Dr. Roxana Nubert.

„Ich habe mich schon während meiner Bachelor-Zeit mit dem Banater Bergland beschäftigt – da bin ich auf die Volkssagen eingegangen, die es in dieser Gegend gibt. Für das Doktorat habe ich mich auf Orawitza bezogen, weil es die Heimatstadt meiner Mutter ist“, sagt Bianca Barbu. „Orawitza ist auch ein sehr gutes Beispiel dafür, wie eine Kultur einen Aufstieg und einen Niedergang erleben kann. Ich wollte eben dazu beitragen, dass die Geschichte dieser Stadt nicht vergessen wird“, fügt sie hinzu. Die Hypothese, die der Dissertation Bianca Barbus zugrunde liegt, betrifft die Rolle der deutschen Sprache als „lingua franca“ und Prestige-Sprache im Laufe der Geschichte der Stadt Orawitza, von der Kolonisation unter Kaiser Karl VI. bis zum Zweiten Weltkrieg. Den persönlichen Bezug zum Thema hatte die Doktorandin, was das Unterfangen nicht unbedingt leichter machte, dafür aber umso interessanter. Sie selbst hatte die ersten fünf Jahre ihres Lebens in Orawitza verbracht, da, wo ihr Großvater, Julius Galfy, als Chirurg tätig war. „Von ihm habe ich sehr viele Unterlagen bekommen, die ich in meiner Forschungstätigkeit verwenden konnte“, erzählt Bianca Barbu.

Die Absolventin der deutschen Nikolaus-Lenau-Schule ist zurzeit als Lehrkraft und Beraterin für das Lehrmittelzentrum am Deutschen Kulturzentrum Temeswar tätig. Sie ist Mitglied des Deutschen Forums der Banater Jugend und des Literaturkreises „Stafette“ und erhielt im Laufe der Jahre mehrere Literaturpreise.

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