DNA erhebt Anklage gegen Piedone im Fall „Colectiv“

Zivilklage: Hohe Schmerzensgeldforderungen

Samstag, 07. Mai 2016

Der ausgebrannte Club als Mahnmal: Zum monatlichen Gedenken treffen sich Angehörige, um an die Opfer zu erinnern.
Foto: Agerpres

Bukarest (Mediafax/ADZ) - Nachdem sich sein umstrittener Traum einer erneuten Kandidatur bereits zerschlagen hat, muss sich der ehemalige Bürgermeister des vierten Bukarester Stadtbezirks, Cristian Popescu Piedone, nun gerichtlich wegen der Colectiv-Tragödie verantworten.

Die Antikorruptionsbehörde DNA hat Anklage gegen den ehemaligen UNPR-Politiker erhoben. Unter Missbrauch seines Amtes habe er die Betriebsgenehmigung für den Betreiber des am 30. Oktober 2015 ausgebrannten Clubs „Colectiv“ erteilt. Zu diesem Zeitpunkt habe er jedoch noch keine Brandschutzfreigabe besessen, so die DNA weiter. Die beim Brand Verletzten sowie Hinterbliebene fordern unterdessen Schmerzensgeld. 90 Personen machen Ansprüche von jeweils 30.000 bis 2 Millionen Euro geltend.

Kommentare zu diesem Artikel

Kritiker, 09.05 2016, 15:21
@Tourist - natürlich ist der Bezirksbürgermeister der erste der schuldig ist, weil er die Verantwortung für alle seine ahnungslosen Mitarbeiter trägt! In Rumänien sollten eigentliche alle Politiker samt den Beamten in den Ministerien und in anderen Verwaltungen gefeuert werden - weil das ganze System durch und durch korrupt ist. Nur ein kompletter Neuanfang kann das Land noch retten.
Ottmar, 09.05 2016, 00:41
@Tourist Noch dümmere Argumente zur Verteidigung der Korruption in Rumänien.von dir gibt es wohl nicht .
Tourist, 09.05 2016, 00:05
diese Kampagne einen politischen Schuldigen finden zu wollen, finde ich lächerlich. Wie stellen sich diese Leute das vor? Bei so einer Brandschutzprüfung, da kommt der Prüfer und prüft drei Tage lang alle Details, sticht in die Dämmung hinein, nimmt Proben, schickt sie ins Labor um zu analysieren, ob brennbare Materialien verwendet wurden oder nicht. Wünschenswert wäre das ja, aber kein Bauherr, Lokalbetreiber, etc würde in Rumänien so eine genaue und auch kostspielige Prüfung akzeptieren. In Wirklichkeit kommt einer, schaut fünf Minuten, haut dann seinen Stempel aufs Dokument und das war's. So läuft es. Wer etwas anderes erwartet ist naiv, oder kennt Rumänien nicht. Daran ist aber nicht der eine kleine Bezirksbürgermeister schuld. Der hat einfach Dienst nach Vorschrift gemacht.

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*