Donaustrategie noch weitgehend unbekannt

Journalistenforum in Ulm: Presseleute sprachen über Vernetzung

Samstag, 21. Juli 2012

Donau „by night“: Das Internationale Donaufest in Ulm erfreute sich auch in diesem Jahr einer hohen Besucherzahl.
Foto: Raluca Nelepcu

Vernetzung entlang der Donau: Das war das Kernthema des Journalistenforums, das Mitte Juli im baden-württembergischen Ulm stattfand. Ungefähr 20 Journalistinnen und Journalisten aus den Donauländern beteiligten sich an dem Treffen, das die Donauakademie Ulm, das Magazin „danube connects“ und die Südwest Presse organisiert hatten. Gespräche rund um die Donauraumstrategie prägten das Journalistenforum. „Die Donauraumstrategie ist eine Entwicklungs- und Wohlstandsstrategie. Vor allem den Menschen in Südosteuropa kann sie viele Vorteile bringen“, sagte Peter Langer, Generalkoordinator des Rats der Donaustädte und -regionen.

Die Strategie der Europäischen Union für den Donauraum ist eine makroregionale Strategie, die auf eine engere Zusammenarbeit der Staaten entlang der Donau zur weiteren Entwicklung des Donauraums abzielt. Schwerpunkte sind dabei die Bereiche Infrastruktur, Umweltschutz, die Schaffung von Wohlstand sowie gute Regierungsführung. Baden-Württemberg, das das Donaujournalisten-Forum beherbergte, war die erste Region, die das Potenzial der Makroregion erkannt und vorangetrieben hat. Die Donauraumstrategie umfasst acht EU-Mitgliedstaaten. Es handelt sich um Deutschland, Österreich, Slowenien, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien. Außerhalb der EU bezieht sie Kroatien, Serbien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, die Republik Moldau und die Ukraine ein. Durch gemeinsame grenzüberschreitende Projekte sollen die EU-Mittel für den Donauraum von den Donaustädten und -regionen genutzt werden. „Städte und Regionen aus Südosteuropa können gemeinsam mit Partnern aus Baden-Württemberg, Bayern und Österreich Projekte entwickeln, bei denen sie die Hauptnutznießer sind“, sagte Peter Langer, der Jahre lang das Donaubüro in Ulm geleitet hat.

Durch die gemeinsame Strategie soll die Region nachhaltig zu einer der attraktivsten Regionen des 21. Jahrhunderts werden. Bis zum Jahr 2020 sollen alle Bewohner des Donauraums in ihrer eigenen Heimatregion über bessere Aussichten auf höhere Bildung, Beschäftigung und Wohlstand verfügen. Die Donauraumstrategie ist jedoch noch weitgehend unbekannt. Die Kommunen wissen nicht, wie sie die damit in Zusammenhang stehenden EU-Mittel abrufen können. Die Grundsteine einer Kommunikationsstrategie müssten gelegt werden und die Presseleute aus den Donauländern mehr Lobby für die Donauraum-Strategie machen, sind sich die Veranstalter des Journalistenforums in Ulm bewusst. „Die Journalisten entlang der Donau sollen die Chance ergreifen, sich zu vernetzen und gemeinsam über länderübergreifende Aktivitäten berichten. Auch in Zusammenhang mit der Donauraum-Strategie, denn es ist einfach wichtig, die Menschen zu erreichen und zu informieren“, sagt Sabine Geller vom Magazin der Donauländer „danube connects“.

Themen wie Pressefreiheit, Wahrung der Demokratie und des Rechtsstaats sowie Medienkooperation wurden beim Journalistenforum in Ulm angerissen. Mit Blick auf Ungarn wurde über Pressefreiheit diskutiert, während Rumänien hinsichtlich jüngster politischer Ereignisse, die einen schwarzen Fleck auf der EU-Karte gezeichnet haben, ins Gespräch kam. Positiv urteilten die Teilnehmer am Journalistenforum über den grenzüberschreitenden Medienverein FunkForum, der als gutes Beispiel von journalistischer Zusammenarbeit gilt. Am Abend wurde das Internationale Donaufest besucht, das seit 1998 alle zwei Jahren Künstler und Gäste aus den Donauländern nach Ulm lockt.

Das Ulmer Journalistenforum wird Ende September mit einer Konferenz in Wien fortgesetzt. Am 24. und 25. September findet im Wiener Rathaus anlässlich der sechsten Europäischen Konferenz der Donaustädte und -regionen ein weiteres Treffen von Presseleuten statt, bei dem erneut über die Donau-Kommunikationsstrategie diskutiert werden soll.

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