Dresden – die Elbflorenz in Sachsen

Besucher können in eine verzaubernde Barockwelt eintauchen

Freitag, 08. Juni 2012

Dresden wird auch „Elbflorenz“ genannt, wegen des barocken Flairs.

Ein Teil der Dresdner Innenstadt

Das Lingnerschloss in Dresden
Fotos: Ana Sălişte

Die Elbflorenz hatte schon immer ihren besonderen Charme. Mit einer interessanten Kontrast-Mischung aus Tradition und Moderne lockt Dresden, die Landeshauptstadt von Sachsen, jährlich zahlreiche Besucher an. Schon bei einem einfachen Spaziergang durch die verführerische barocke Innenstadt mit der ehemaligen Residenz der sächsischen Kurfürsten und Könige und einem Blick auf die Flusslandschaft der Elbe, spürt man die Besonderheit der sogenannten „Elbflorenz“, wie die Stadt auf Grund ihres barocken Flairs genannt wird.

Wie wäre es, eine Ausstellung über sich selbst zu besichtigen? Über das Innere und das Äußere, über die Gedankenwelt, Bewegungen und Körperverhalten. Das bietet das Hygiene-Museum in Dresden, das einzige Museum dieser Art in Deutschland. Eine Ausstellung über den Menschen und seine Lebensphasen: von der ersten Zelle bis zum Tod, eine Schau über den Kosmos im Kopf, über die Bewegung als „Kunst der Koordination“ und die Ernährung als „Körperfunktion und Kulturleistung“.

Die Ausstellung ist viel mehr eine Erlebnisreise zum eigenen Körper und zum eigenen Ich, seine Gedanken und Gefühle zusammengestellt. Durch das Nebeneinander und die Kontrastierung der Exponate setzt sie unterschiedliche Bildwelten im Kopf der Besucher in Bewegung und stößt zum Nachdenken an. Ihre sieben Themenräume behandeln vor allem Aspekte des menschlichen Lebens, die immer in der Alltagserfahrung der Besucher verankert sind.

Die Dauerausstellung des Deutschen Hygiene-Museums wurde in den Jahren 2004 und 2005 in zwei Etappen eröffnet. Auf rund 2500 Quadratmetern Fläche werden über 1300 Exponate gezeigt, die überwiegend aus der eigenen Sammlung des Museums stammen, dazu gibt es noch auch interaktive Leih-Ausstellungen. Durch diese bunte Vielschichtigkeit hat sich das Hygiene-Museum zu einem der interessantesten europäischen Wissenschaftsmuseen entwickelt.

Die Entstehung des Hygiene-Museums geht auf das Jahr 1912 zurück, auf eine Initiative des Dresdner Industriellen und Odol-Fabrikanten Karl August Lingner (1861-1916). Lingner hatte 1911 zu den Protagonisten der I. Internationalen Hygiene-Ausstellung gehört, zu der über fünf Millionen Besucher nach Dresden gekommen waren. Die Schau hatte mit damals moderner Ausstattung und in einer bis dahin unbekannten Anschaulichkeit Kenntnisse zur Anatomie des Menschen vermittelt, aber auch Fragen der Gesundheitsvorsorge oder Ernährung in den Vordergrund gestellt.

Morgenandacht in 67 Meter Höhe

Gleich fünf Dresdner Sehenswürdigkeiten zählen zu den 100 beliebtesten Zielen in Deutschland. Neben der Frauenkirche auf Platz fünf schafft es der Dresdner Zwinger mit der Gemäldegalerie Alte Meister auf Platz 36, gefolgt von der Semperoper, dem Dresdner Elbtal mit Brühlschen Terrassen und Blauem Wunder und dem Grünen Gewölbe.

Im Sommer lädt die Frauenkirche zu einem besonderen Erlebnis ein: Eine Morgenandacht in 67 Meter Höhe. Diese findet bis September  an jedem ersten Samstag des Monats auf der berühmten Kuppel statt. Die Andacht beginnt bereits früh am Morgen unten vor der Kirche. Schweigend wird der Weg auf der Wendelrampe zwischen der Innen- und Außenkuppel zurückgelegt – ein Erlebnis zum stillen Nachdenken und zum stillen Alleinsein.
Für Touristen der Elbstadt ist ein Besuch der Dresdner Frauenkirche ein Muss. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt, aber auch ein Mahnmal gegen den Krieg.

Das evangelisch-lutherische Gotteshaus ist Symbol für Dresdens Stadtgeschichte. Eindrucksvoll prägt die Kirche des Barocks die Dresdner Innenstadt. Durch ihre reizvolle Architektur zählt sie zu den schönsten Kirchengebäuden Europas. Eine Kirche ganz aus Sandstein gibt es außer in Dresden nur noch in Straßburg.

Mahnmal gegen den Krieg

Die Dresdner Frauenkirche wurde von 1726 bis 1743 nach Plänen von George Bähr erbaut. Während der Luftangriffe auf Dresden im Zweiten Weltkrieg wurde sie vom 13. auf den 14. Februar 1945 so stark beschädigt, dass sie am Morgen des nächsten Tages einstürzte.

In der DDR wurde die Ruine zum Mahnmal gegen den Krieg erklärt. In der Wendezeit wurden Ideen laut, das Gotteshaus wieder aufzubauen. Ende Oktober 2005 wurde die Frauenkirche rund 60 Jahre nach ihrer Zerstörung geweiht. Zehntausende Dresdner und Besucher der Stadt feierten aus diesem Anlass ein „Fest der Freude“.

Die Investitionskosten beliefen sich auf 180 Millionen Euro und wurden zum großen Teilen aus Spendengeldern finanziert.

In diesem Jahr feiert Dresdens berühmtestes Bild Geburtstag: 500 Jahre alt wird Raffaels „Sixtinische Madonna“, die in der Gemäldegalerie „Alter Meister“ zu sehen ist. Es geht dabei um eines der berühmtesten Gemälde der Renaissance überhaupt. Zum Jubiläum widmen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden der 1512/13 in Rom gemalten Madonna eine dreimonatige Sonderausstellung, die Ende Mai eröffnet wurde und bis Ende August zu sehen ist. Erzählt wird die Geschichte des 5,4 Quadratmeter großen Bildes – von der Entstehung in der römischen Renaissance bis hin zum globalen Mythos zwischen Kunst und Kitsch.

Während des Krieges wurde die Madonna zunächst in einer Sperrholzkiste im Zwinger, ab 1943 in einem Eisenbahntunnel bei Pirna gelagert. Nach dem Krieg geriet das Meisterwerk, der Legende zufolge zur Restaurierung, tatsächlich als Beutekunst nach Moskau. Seit 1956 ist sie wieder in Dresden zu sehen.

Der Zwinger – ein Muss

Ein weiteres Meisterwerk, das vom Namen der Stadt Dresden untrennbar ist, ist der Zwinger – ein anderes Symbol der barocken Baukunst in der sächsischen Landeshauptstadt. Der Zwinger ist ein Gebäudekomplex, der 1720-1728 in Zusammenarbeit des Architekten Pöppelmann und des Bildhauers Poermoser entstand. Er war ursprünglich als Orangerie und höfischer Festspielplatz gedacht, später wurde daraus ein Ausstellungsgebäude. Der Zwinger beherbergt heutzutage bedeutende Museen, wie die Gemäldegalerie Alter Meister, die Porzellansammlung und den Mathematisch-Physikalischen Salon.

Wer einmal Kunst der etwas anderen Art erleben will, kann dies in der Sächsischen Porzellan-Manufaktur Dresden tun. Hier können die Besucher sowohl die komplette Fertigung der kleinen Kunstwerke, vom flüssigen Porzellanschlicker bis hin zum geschickten Bemalen mit dünnen Pinseln, erleben, als auch originelle Porzellanwaren erwerben.

Eine weitere Attraktion in Dresden ist die Semperoper, das Opernhaus der Sächsischen Staatsoper Dresden, die als Hof- und Staatsoper Sachsens auf eine lange geschichtliche Tradition zurückblickt. Sie befindet sich am Theaterplatz im historischen Stadtkern von Dresden.

Sehenswert sind auch die drei Elbschlösser, auch Albrechtsschlösser genannt, die am Dresdner Elbhang gelegen sind. Zu den drei Elbschlössern gehören das Schloss Albrechtsberg, das Lingnerschloss (ehemals Villa Stockhausen) und das Schloss Eckberg (ehemals Villa Souchay). Sie befinden sich etwa drei Kilometer östlich vom Stadtzentrum entfernt, am Elbhang der rechten Elbseite in der Radeberger Vorstadt, im Stadtteil Loschwitz. Von der gegenüberliegenden Elbseite bieten die drei Schlösser einen beeindruckenden Anblick.

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