Dritter Protestabend: „Weg mit der Mafia“

Patriarch Daniel bat Jugendliche um Vergebung

Freitag, 06. November 2015

Bukarest (ADZ) - Zum dritten Mal in Folge sind am Donnerstag landesweit Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die grassierende Korruption zu protestieren und ein von Grund auf saniertes politisches System einzufordern.  In Bukarest, Hermannstadt, Temeswar, Klausenburg und zahlreichen anderen Städten riefen die Menschen „Weg mit der Mafia“ und wünschten allen korrupten Politikern „la mulţi ani“ (viele Jahre) hinter Gittern.

In der Hauptstadt nahmen die Demonstranten mit ihren Sprechchören diesmal die Legislative, Ombudsmann Victor Ciorbea und die Steuerfreiheit der Rumänisch-Orthodoxen Kirche ins Visier, gefordert wurden erneut „Schulen und Krankenhäuser, keine Kathedralen“, Etats mit 6 bis 10 BIP-Prozent für Gesundheit und Bildung sowie Transparenz bei allen Ausgaben aus öffentlicher Hand.

Wenige Stunden davor hatte sich der Patriarch der Rumänischen Orthodoxen Kirche, Daniel, erstmals mit einer „väterlichen Botschaft“ an die „Jugend des Landes“ gewandt: „Vergebt uns, wenn einige unserer Worte nicht ausreichend klärend waren oder falsch gedeutet wurden“, hieß es in der Videobotschaft des Patriarchen. Die Rumänische Orthodoxe Kirche verstehe, dass die heutige Jugend nicht nur „Sozialisation und Gemeinschaft“ suche, sondern „auch gehört und in ihren Vorhaben ermutigt werden“ wolle und die Kirche werde ihr helfend zur Seite stehen, so Daniel.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 09.11 2015, 17:21
es gibt durchaus nicht wenige junge orthodoxe Pfarrer, also die "Jugend" ist schon vertreten dort. Nur sind die oft um nichts besser, als die anderen. Geld, Auto, Handy, Reisen, eine schöne Wohnung und leider halt am Sonntag auch einmal einen Gottesdienst halten und wenn's blöd geht unter der Woche noch ein Begräbnis. Das ist die Prioritätenliste vieler dieser jungen. Und natürlich wollen alle eine Pfarrer in der Stadt und ja nicht in einem ärmlichen, abgelegen Dorf. Dort versauert man ja, auch wenn man dort mit karitativer Seelsorge viel zu tun hätte, wäre man nur daran interessiert wäre.
Alexander, 08.11 2015, 17:50
Endlich - leider brauchte es einen so bitteren Anlass, dass sich die Menschen endlich erheben. Die Korruption töte schon lange - sie lässt Menschen verarmen - sie blockiert die Entwicklung der Gesellschaft.
János, 07.11 2015, 18:33
Überall, wo man in Europa wählt, bekommt man neben den Volksvertretern auch eine Reihe von Kleptomanen. Ärgerlich ist, dass die EU in Brüssel am meisten die Unternehmen der Mafia bezuschusst, und so als kriminell empfundene Geschäftspraktiken unterstützt.

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