Dritter Standort im Banat: Autoüberzüge aus Reschitza

Schwedisch-südkoreanischer Autozulieferer baut Investition aus

Samstag, 23. März 2013

Reschitza - Luis Goméz, der für die Produktion verantwortliche Direktor der Firma Trimsol, und Mauro Meireles, Administrator, beriefen eine Pressekonferenz ein, zu der sie auch Bürgermeister Mihai Stepanescu und Vertreter der Investment- und Sozialbüros des Rathauses Reschitza einluden. Sie wollten der Stadtleitung danken für die effiziente Unterstützung beim Aufbau der Trimsol-Filiale Reschitza und gleichzeitig mitteilen, dass sie über noch zahlreiche Arbeitsplätze verfügen, die zu besetzen sind.

Trimsol hat nach Fatschet/Făget und Ferdinandsberg/Oţelu Roşu mit Reschitza (seit sechs Monaten) nun seinen dritten Standort in Rumänien in Betrieb und will hier in den kommenden drei Jahren den Personalstand von gegenwärtig 140 Arbeitnehmern (und zusätzlich 100 noch unbesetzten Arbeitsplätzen) „um weitere 250-450 Arbeitsplätze“ anheben.

Trimsol hat im September 2012 entschieden, in Reschitza eine Filiale zu gründen, im Oktober mit der Produktion und 50 Arbeitnehmern begonnen und sich seither, den Umständen entsprechend, rapide entwickelt. Goméz und Meireles dankten dem Rathaus Reschitza in erster Linie für die Unterstützung bei der Personalfindung und dafür, dass die schwedisch-südkoreanische Firma mit portugiesischem Management nun im rumänischen Banat über „ein Investitionsdreieck“ verfügt, wobei die 2010 erfolgte Erstgründung in Fatschet bereits zu „einem der größten europäischen Zentren für die Produktion von Autoüberzügen“ wurde. Neben Rumänien sind Brasilien und China die anderen bedeutenden Standorte des Autozulieferers.

Hauptabnehmer von Trimsol sind die sürkoreanischen Autobauer von Hyundai. Trimsol produziert ausschließlich jene Überzüge, die von den Tapezierern für die Bestuhlung der Fahrzeuge von Hyundai verwendet werden, keine handelsüblichen Überzüge.

Goméz und Meireles meinten auf der Pressekonferenz, dass ihre gegenwärtig genutzte Produktionshalle – eine ehemalige Fabrik für Lohnarbeit im Konfektionsbereich – problemlos noch weitere 100-150 Arbeitnehmer aufnehmen kann, dass „aber danach andere Lösungen ins Auge gefasst werden müssten“. Daraufhin bot Bürgermeister Stepanescu den Trimsol-Vertretern prompt an, ihnen am Gewerbestandort im Ţerova-Tal „zu Sonderbedingungen, das heißt weit unter dem jetzigen Pachtpreis der Grundstücke“ Baugrund zur Verfügung zu stellen.

Was die beiden Portugiesen aus der Führungsriege von Trimsol Rumänien nicht verstehen können: „Reschitza hat viele Arbeitslose. Die sind interessiert an einer Anstellung in unserer Firma, machen alle dazu nötigen Gänge und Schritte – und kommen dann, wenn die Anstellung durchgezogen ist, nicht zur Arbeit. Für uns bleibt es rätselhaft, warum. Es konnte uns bisher keiner erklären, wieso er es letztendlich vorzieht, für einen Bruchteil des von uns angebotenen Startlohns Arbeitslosengeld zu beziehen. Zugegeben, unsere Löhne sind mit etwas mehr als 700 Lei/Monat plus Lebensmittelbezugsscheine nicht allzu hoch, solange wir die Investitionskosten für jeden Standort abarbeiten müssen, aber einerseits sind sie spürbar höher als die Arbeitslosenunterstützung und andererseits bestehen reale Perspektiven für Lohnerhöhungen.“

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