Drogenhändlern in Westrumänien auf der Spur

DIICOT-Staatsanwälte führten 68 Hausdurchsuchungen durch

Mittwoch, 01. Februar 2017

Temeswar/Arad/Reschitza/Hunedoara – 58 Personen, die verdächtig sind, mit harten und Risikodrogen auch international gehandelt zu haben, stehen im Visier der DIICOT-Staatsanwaltschaft, die auf die Bekämpfung von Bandenverbrechen spezialisiert ist. Den Informationen der DIICOT-Staatsanwälte nach war die in ganz Westrumänien tätige Bande erstmals im Oktober 2015 auffällig geworden, indem sie Cannabis, Amphetamine, Ecstasy sowie diverse halluzinogene Pilze und psychoaktive Pflanzen in Umlauf brachte. Die meisten Mitglieder des Händlerrings hatten sich in Temeswar in einem einschlägig bekannten Club kennengelernt, wo Drogen konsumiert wurden, heißt es aus DIICOT-Kreisen. Aus ihrem Kommuniqué ist zu erfahren: „Es konnte festgestellt werden, dass die Verdächtigen sehr vorsichtig vorgegangen sind und lange Zeit psychogene Substanzen nur an ihren Bekanntenkreis verkauften, indem sie immer vorher einen, jeweils anderen, Treffpunkt für die Transaktion vereinbarten. Telefonische Kontakte wurden nur zu Bekannten oder durch Bekannte gepflegt, die durchwegs aus dem inneren Kreis der Drogenhändler stammten. Eine Enttarnung der Mitglieder oder ein Eindringen in diesen Kreis war sehr schwierig.“

Der Händlerring war in mehreren konzentrischen Kreisen organisiert, die sich schnell spezialisierten, auf gezielte Beschaffung und ebenso gezielten Absatz. Die erste Ebene waren die Lieferanten, die über große Mengen Vorräte verfügten, die entweder aus eigenem Anbau stammten (meist in Randortschaften von Temeswar) oder im Ausland beschafft wurden. Nach Rumänien gelangten sie auf den normalen Reisewegen, über die entsprechenden Grenzübergänge Westrumäniens. „Als die Untersuchungen bereits auf Hochtouren liefen“, schreibt DIICOT, wurden die Verdächtigen M.I.M. und M.M.C. an einem Grenzübergang mit großen Mengen Risikodrogen erwischt (ein Kilo Amphetamine, 1000 Ecstasy-Pillen), die sie in Holland gekauft hatten und ins Land schmuggeln wollten.“ Aber laut DIICOT sind Drogen auch von einschlägigen Internet-Seiten beschafft worden und per Kurierdiensten zur Verteilung gekommen. „Uns sind in der Zeitspanne Oktober 2016 – Januar 2017 sechs Kuriersendungen aufgefallen“, schreiben die Staatsanwälte. „Alle waren sie an den uns bereits bekannten Händler B.B. adressiert.“
Die zweite Organisationsebene bestand aus den großen Zwischenhändlern, die die Verbindung zwischen Ring eins, den Beschaffern, und Ring drei, den Endverkäufern/Dealern, herstellte. Die Zwischenhändler kauften und lagerten große Mengen Risikodrogen ein und verkauften sie weiter auf Bestellung, in der Regel erst an die Kleindealer, die jeder ihren eigenen Käuferkreis „versorgten“. Aufgrund der Hausdurchsuchungen in Temesch, Hunedoara, Arad und Karasch-Severin wurden 80 Verdächtige zu Verhören zum DIICOT-Sitz nach Temeswar gebracht.


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