Druck auf Krankenkasse wächst

Nur ein Drittel der Kronstädter Krankenversicherten ist auch Beitragszahler

Samstag, 02. Februar 2019

Laut den von der Leitung der Kronstädter Kreiskrankenkasse (CJAS Brașov) vorgelegten statistischen Daten für das Vorjahr gab es im Kreis Kronstadt 497.383 Krankenversicherte. Aber nur ungefähr ein Drittel davon sind Beitragszahler. Das heißt, laut dem Leiter der Kronstädter Krankenkasse, Sorin Melinte, dass auf jeden Beitragszahler zwei weitere Personen kommen, die keine Beiträge zahlen. Kronstadt ist in dieser Hinsicht keine Ausnahme, denn auf Landesebene zahlt ebenfalls nur ein Drittel der rund 17 Millionen Krankenversicherten einen Beitrag an die Krankenkasse. Zu jenen, die keine Beiträge zahlen müssen, gehören bekanntlich die Minderjährigen, die Studenten, die Arbeitslosen, die Familienangehörigen ohne Einkommen eines Krankenversicherten, viele Rentner, andere von den Krankenversicherungsbeiträgen befreite Personenkategorien.

Allen stehen aber ärztliche Behandlungen sowie Arzneimittel zu, so wie das auch in der Verfassung garantiert wird. Die Kreiskrankenkasse Kronstadt hatte 2018 ein Budget von 946.621 Millionen Lei zur Verfügung, was einem Zuwachs von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Von den ausgegebenen 778.927 Millionen Lei wurden 289.414 Millionen Lei für Arzneimittel, andere pharmazeutische Mittel und medizinische Geräte vergeben. Vertraglich mit der Krankenkasse verbunden sind im Kreis Kronstadt 26 Krankenhäuser (14 von ihnen sind private Spitäler), 44 medizinische Zentren, 316 Dienstleister für ärztliche Grundversorgung, drei private Firmen für Krankentransport, 53 Zahnärzte, zehn ambulante Reha-Zentren, vier Dienstleister für Heimbetreuung und 86 Apotheken.

Bei der Verwaltung der Kronstädter Kreiskrankenkasse herrscht Personalmangel. 87 Personen arbeiten da, weitere acht oder neun wären notwendig, sagt Melinte, der sich aber bewusst ist, dass über Personalmangel auch bei vielen anderen staatlichen Institutionen geklagt wird.
Bei der Begleichung der Krankenurlaube sei man zurzeit im Rückstand. Das sei nur teilweise auf Geldmangel zurückzuführen, sagt Melinte. Oft komme es vor, dass die seitens der Arbeitnehmer diesbezüglich gestellten Anträge oberflächlich verfasst werden und nachträgliche Verbesserungen notwendig sind. Auch ist die Zahl der Krankenurlaubsanträge 2018 gegenüber dem Vorjahr um 4244 zusätzliche Anträge auf insgesamt 16.711 gestiegen. Die Zahl der bewilligten Anträge hat sich gegen-über 2017 nicht wesentlich verändert und liegt bei rund 9800.

Eine Verbesserung wird im Falle der Wartelisten für die Behandlung mit medizinischen Geräten verzeichnet. Ungelöste Anträge lagen da schon seit zwei Jahren vor. Zurzeit sei der älteste Antrag am 2. November des Vorjahres gestellt. In Zukunft sollen, laut Aussagen des Kronstädter Krankenkassen-Chefs, für solche Anträge in zwei-drei Wochen Lösungen gefunden werden.

Über den chronischen Mangel an Ärzten und medizinischem Fachpersonal, über die oft mangelnde Qualität der Dienstleistungen, über ärztliche Hilfsmittel, die oft die Angehörigen der im Krankenhaus Eingelieferten von zu Hause mitbringen, über Hygiene-Probleme in manchen Krankensalons, über lange Wartezeiten bei den Ärztepraxen oder bei Krankenüberführungen in andere Krankenhäuser wird nach wie vor geklagt. Die Klagen gehören zum Alltag, während erst grobe ärztliche Fehler, in den Notstationen allein gelassene Patienten oder Bestechungsskandale für Schlagzeilen in den Massenmedien sorgen. Der Krankenkasse kann man diese Mängel auch anlasten, weil es letztendlich ihre Aufgabe ist, den Versicherten eine entsprechende ärztliche Betreuung zuzusichern. Mehr getan werden kann auch im Bereich eines effizienten und transparenten Managements. Misswirtschaft ist auch eine „Krankheit“, die das Vertrauen der Bevölkerung schwinden lässt. Die Pannen im elektronischen Abrechnungssystem der ärztlichen Dienstleistungen mit der Krankenkasse stellen Ärzte und Patienten immer wieder vor eine zusätzliche Belastungsprobe.

 

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