DSP-Direktor verweigert den Rücktritt

Gesundheitsminister schickt sein Kontrollkorps ins Banater Bergland

Donnerstag, 03. August 2017

Reschitza/Bukarest – Gesundheitsminister Florian Bodog erklärte gegenüber Mediafax, dass er sein Kontrollkorps ins Banater Bergland geschickt habe. Der Grund: Dr. Dragoş Luca, der langjährige Direktor der Direktion für Öffentliche Gesundheit DSP weigert sich, seinen Rücktritt einzureichen, was der Minister von ihm und weiteren vier Leitern der territorialen Außenabteilungen des Ministeriums gefordert hat, nachdem eine Erhebung zum Schluss kam, dass in den Verwaltungskreisen Karasch-Severin, Hunedoara, Neamţ, Prahova und Ilfov nicht einmal 50 Prozent der Neugeborenen präventiv geimpft worden waren. Allen anderen Leitern der Gesundheitsdirektionen erteilte der Gesundheitsminister eine schriftliche Rüge.

Inzwischen sind die zum Rücktritt aufgeforderten Leiter der DSP zurückgetreten, bis auf einen: Dr. Dragoş Luca, DSP-Geschäftsführer in Karasch-Severin. Was Gesundheitsminister Bodog gegenüber Mediafax so interpretiert: „In Karasch-Severin haben alle DSP-Direktoren ihre Schuld eingestanden (= nicht genug getan zu haben, um höhere Impfraten in der Bevölkerung zu erreichen – wk), nur der Geschäftsführer nicht, der erklärt hat, keinerlei Schuld zu haben. Ich habe das Kontrollkorps zur Direktion für Öffentliche Gesundheit Karasch-Severin geschickt, um nachzusehen, welche legalen Maßnahmen dieser Direktor getroffen hat, während der Impfkampagne. Wie er die Überprüfung der Impfraten durchgeführt hat. Sein Stellvertreter ist zurückgetreten (- das ist der wesentlich jüngere Dr. Radu Albotă - wk).”

Dr. Drago{ Luca, einer der landesweit wenigen Ärzte, die auf die Organisation des Gesundheitswesens spezialisiert sind, berief sofort eine Pressekonferenz ein, nachdem er aus dem Fernsehen erfahren hatte, dass der Gesundheitsminister seinen Rücktritt fordert, weil im Bergland nicht einmal 50 Prozent der zur Impfung Verpflichteten diese durchgeführt haben. Hauptinhalt seiner damaligen Aussagen: er habe keine Schuld, dass im Verwaltungskreis Karasch-Severin monatelang die Impfstoffe einfach nicht vorhanden waren. Die Verantwortung dafür trage ausschließlich das Ministerium für Gesundheit, dessen Pflicht es sei, den Ankauf und die Verteilung der Impfstoffe im Territorium zu organisieren. Dr. Luca zählte die zahlreichen Defizite des rumänischen Gesundheitswesens auf und benannte auch die Schuldigen dafür: in allen Fällen das Gesundheitsministerium. Er selber, als Geschäftsführer der DSP, fühle sich überhaupt nicht schuldig. Er habe bloß zu verwalten gehabt, was das Ministerium zur Verfügung gestellt hat – und das war zu wenig für die Bedürfnisse.

Im am 26. Juli veröffentlichten Nationalen Impfbericht des Gesundheitsministeriums werden die obengenannten fünf DSP zitiert, in deren Bereich nicht einmal 50 Prozent der Impfpflichtigen geimpft worden waren. Die Interpretation des Ministeriums: seine Territorialinstitutionen haben ihre Pflicht nicht getan. Die Folge: die Chefs der DSP aus den fünf Verwaltungskreisen müssen gehen. Bis auf Dr. Luca fügten sich alle (nicht zuletzt ist es arbeitsrechtlich von Vorteil, von sich aus zu gehen, statt gefeuert zu werden...). Dr. Dragoş Luca beharrt auf seiner Behauptung, das Gesundheitsministerium müsse für die Impfdefizite die Schuld auf sich nehmen.

Tatsache ist, dass auch der Maßnahmenplan des Gesundheitsministers Bodog sowie der Entwurf zur Novellierung des Impfgesetzes nirgends Verpflichtungen des Gesundheitsministeriums, aber jede Menge Pflichten der Bevölkerung, der niedergelassenen Ärzteschaft, der Kinderärzte und der territorialen Verwaltung des Gesundheitssystems vorsieht. Währenddessen ist die Masernepidemie immer noch nicht unter Kontrolle und es sterben weiterhin Menschen an dieser „Kinderkrankheit”.

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