Durchfahrtstickets für Karansebesch

Bürgermeisteramt will Durchreisende auf Umgehungsstraße zwingen

Dienstag, 12. Februar 2013

Reschitza - Seit einer Woche gilt in Karansebesch: Wer hier bloß durchreisen will, muss sich mit einem Ticket, das an den Tankstellen vor der Stadt erstanden werden kann, die Durchfahrt erkaufen. „Autorisation für freie Durchfahrt“ nennt sich der Zettel, der aufgrund eines Protokolls der Zusammenarbeit zwischen dem Rathaus und den Tankstellen „Şansa“ (Ardealului-Gasse), „Mannheim Oil“ (Calea Severinului) und „Sipetrocom“ (DN6/E60, km 468) verkauft wird. Die vierte Verkaufsstelle ist die Abteilung für Umweltschutz des Rathauses – doch dazu muss man mitten in die Stadt hineinfahren und das Rathaus aufsuchen.

Die Restriktionen für den Durchgangsverkehr, die aufgrund eines Stadtratsbeschlusses inkraft getreten sind, nachdem die Umgehungsstraße an der DN6/E60 in Karansebesch vor einem Jahr fertiggestellt wurde, werden von den Kraftfahrern nur sehr lax eingehalten. Deshalb hat die Karansebescher Kommunalpolizei die Anweisung erhalten, viel strikter den Durchgangsverkehr zu kontrollieren und nicht zu zögern, Geldstrafen gegen Zuwiderhandelnde zu verhängen. Die Restriktionen beziehen sich ausschließlich auf Fahrzeuge, die mehr als 3,5 Tonnen Zuladegewicht haben. In der Regel behaupten die Fahrer solcher Fahrzeuge, sie hätten nichts gewusst von den Durchfahrtsbeschränkungen – obwohl eine der ersten Maßnahmen der Stadt nach Fertigstellung der Umgehungsstraße das Aufstellen von Hinweisschildern und Leuchttafeln an allen Stadteinfahrten bezüglich dieser Verkehrsbeschränkung war. Die bisherigen Versuche der Bestraften, vor dem Karansebescher Gericht die Geldstrafen anzufechten, die wegen Zuwiderhandelns verhängt wurden, sind ausnahmslos alle gescheitert. Die Geldstrafen liegen zwischen 1000 und 2500 Lei. Der Beschluss des Stadtrats sieht vor, dass der Versorgungsverkehr nur zwischen bestimmten Uhrzeiten und ausschließlich mit dem Durchfahrtsticket erlaubt wird, was auch allen Firmen der Stadt sowie den Transportfirmen, die in der Stadt regelmäßig zu tun haben, zeitgerecht schriftlich mitgeteilt wurde.

Die Maßnahmen waren nötig geworden, weil die Stadt Karansebesch durch ihre Lage am Schnittpunkt alter Handels- und Verkehrswege des Ost-West- (Westeuropa-östlicher Balkan und Vorderer Orient) und Nord-Süd-Verkehrs (Donauraum-Siebenbürgen) nicht nur extrem stark unter dem Schadstoffausstoß der Schwerlaster, sondern auch unter den Erschütterungen des Lkw-Verkehrs und dauernd unter starken Beschädigungen des Straßenbelags gelitten hat (für deren Reparatur die Stadt in der Regel aufkommen musste, nur unter Verkehrsminister Orban gab es eine Ausnahmezeit), bevor die Umgehungsstraße befahrbar wurde. Nun nutzt die Stadtverwaltung mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln die Möglichkeit, den Durchfahrtsverkehr und vor allem die Schwertransporte aus der Stadt zu bannen. Laut Aussagen der Anwohner der Haupt-Durchfahrts straßen spürt man tatsächlich und wohltuend die Verlagerung des Schwerverkehrs außerhalb der Stadt und sie unterstützen bedingungslos die Stadtverwaltung bei allen Maßnahmen, die der Einhaltung der Durchfahrtsrestriktionen dienen.

Kommentare zu diesem Artikel

Manfred, 12.02 2013, 14:56
Genau richtig!Ich jedenfalls freue mich über jede neue Umgehungsstraße!

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