Ehrgeizige Temeswarer Bauprojekte 2015

Schulcampus der Lenauschule auf der Dringlichkeitsliste

Mittwoch, 14. Januar 2015

Der vor der Wende stillgelegte Temeswarer Opernplatz soll mit der geplanten Unterführung wieder Dreh- und Angelpunkt der Begastadt werden.
Foto: Zoltán Pázmány

Im Temeswarer Rathaus laboriert man fieberhaft am Stadthaushalt 2015. Sicher ist bisher eines: Der neue Haushalt, etwas über 300 Millionen Euro, hat in Fortsetzung eines Jahres der zügigen Bautätigkeit in der Begastadt, neuen Großplänen zur Stadtmodernisierung Rechnung zu tragen. Im verflossenen, äußerst aktiven Jahr der Bauprojekte hat die Stadtverwaltung das Rekordbudget (309 Millionen Euro) gar um zwei Millionen Lei überzogen, man hatte jedoch zum Ausgleich noch ein gutes Trostpflaster von 2013 auf Lager. Bürgermeister Nicolae Robu gibt sich wie stets zuversichtlich, daß ein Großteil der Bauprojekte aus eigenen Kräften bzw. mit Finanzierungen aus dem eigenen Haushalt, durchgeführt werden können. Hinzu kommen, hofft man, die beantragten EU-Gelder. Für einige eigentlich schon alte Temeswarer Projekte (Ringstraße, Regionalspital, Nordbahnhof, Mehrzweckhalle plus Stadion und Schwimmhalle usw.) hofft man mal wieder auf die seit Jahren ausgebliebenen Finanzierungen aus dem Staatshaushalt. Es wird sich zeigen, ob man in der Begastadt wie in den Vorjahren letztlich nur mit den Versprechungen und enttäuschten Hoffnungen bleibt.

Wie immer gibt es auch heuer eine Langzeitliste für die Zeitspanne 2014-2020, der Gesamtwert der beantragten EU-Projekte beläuft sich auf zirka fünf Milliarden Euro.

Die von der Stadtverwaltung aufgestellte Dringlichkeitsliste der Projekte 2015 erscheint jedoch weitaus realistischer. Unter den hier angeführten 30 Projekte mit Finanzierungen aus dem Stadthaushalt sind vor allem jene hervorzuheben, die sich nahtlos den laufenden Sanierungsarbeiten des historischen Stadtkerns anschließen: Erstens die Umorganisierung des städtischen Verkehrsrings I, mit dem Bau einer Unterführung am Opernplatz und einer Tiefgarage in der Bratianu-Zone. Dieses kostspielige Vorhaben (geschätzt auf sechs Millionen Euro), das voraussichtlich nach Abschluss der Michelangelo-Unterführung gestartet wird, soll den Verkehr flüssig

machen aber auch ein vitales Problem für Temeswar, die Parkplatznot in der Stadtmitte, frontal angehen: Unter den Parks, links und rechts des Bratianu-Boulevards, sollen Tiefgaragen mit insgesamt 700 Parkplätzen eingerichtet werden. Dazu ist der Bau eines Parkhauses (500 Plätze) hinter dem Bega-Kaufhaus vorgesehen.

Auf der Dringlichkeitsliste stehen etliche Vorhaben, deren Gemeinnützigkeit unumstritten ist: So der Bau des neuen Schulcampus der Lenauschule, eines neuen Flügels für das Kinderspital (acht Stockwerke, zum Teil mit Regierungsgeldern), die Unterführung Popa-Sapca-Straße, die Begabrücke Jiul-Straße. Hinzu kommen die Modernisierungsarbeiten etlicher Straßen in verschiedenen Stadtvierteln, vor allem im Süden der Stadt: Prezan-, Podeanu-, Martirilor-, Muzicescu-, Uranus-Straße usw.

Nicht so recht in dieses zweckdienliche Konzept passt da das kostspielige Projekt eines Springbrunnens mit Lichter- und Musiksystem auf der Bega (Flora-Zone), das Bürgermeister Robu unbedingt schon 2015 umsetzen möchte. Die Gesamtkosten belaufen sich auf mindestens zwei Millionen Euro. "Temeswar ist nicht Dubai", meint Bürgermeister Robu zuversichtlich dazu, "doch unsere Stadt kann sich das schon leisten!" Der Erzrivale, die Stadt Arad, ließe sich ein gleiches Vorhaben auf der Marosch gar fünf Millionen Euro kosten!

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