Ehrung für Liviu Cornel Babeş

Vor 30 Jahren aus Protest sich selbst angezündet

Dienstag, 05. März 2019

Kronstadt – Eine Ehrung anlässlich des 30. Todestages von Liviu Cornel Babeş, der sich auf einem Skigelände in der Schulerau/Poiana Braşov am 2. März 1989 selbst anzündete und als brennende Fackel den Hang herunterfuhr, fand am Stichtag an der Gedenkstelle statt. Vertreter der lokalen Stadt- und Kreisbehörden, seine Gattin Etelka Babe{, Verwandte , die Leiter des Vereins der Verwundeten, Verletzten und Nachkommen der Helden „Braşov – Decembrie 1989“ legten Kränze an dem da befindlichen Gedenkkreuz nieder, Andachten wurden gehalten. 1997 wurde er post-mortem zum Ehrenbürger von Kronstadt/Braşov ernannt.

Liviu Cornel Babeş war Elektriker beim Bautrust für Vorfertigteile und ein begabter Amateurmaler. Aus Protest wegen der Willkür des damaligen kommunistischen Regimes, das verantwortungslose Sparmaßnahmen in allen Bereichen gegen die Bevölkerung unternahm, zündete er sich selbst an und fuhr die Skipiste abwärts. Umgehangen hatte er sich eine schriftliche Botschaft auf der zu lesen war “Stop Mörder! Braşov = Auschwitz“. Ein schottischer Tourist, der Zeuge des Vorfalls war, löschte das Feuer auf dem Körper des Verletzten mit seiner Jacke. Doug Wallace, der heute in Kanada lebt, wurde damals von der Securitate verhört, meldete den Vorfall aber bei seiner Heimkehr und erschien in den westlichen Medien. Er nahm am Samstag auch an der Gedenkfeier statt und ist auf eigene Kosten angereist. Staatspräsident Klaus Johannis erließ zu diesem Anlass eine Botschaft, in der er u. a. betonte: „Seine Tat stellt eine der dramatischen Handlungen in unserer neueren Geschichte dar. Durch sein Opfer wurde schnell die internationale Presse aufmerksam, Liviu Cornel Babeş bezeugte dadurch, dass das Volk ausgebeutet wird.“

Seit einigen Jahren versucht der Stadtabgeordnete Arnold Ungar seitens des Deutschen Forums mit der Befürwortung des Bürgermeisters den Ort eines Standbildes für Liviu Cornel Babeş zu finden, um eine Büste  aufzustellen, doch bisher wurde von der Familie noch nicht das erwartete Einvernehmen erteilt.

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