Ein Altpräsident und vier Ex-Premiers treten bei EU-Wahl an

Talkshowmaster und frühere Spitzensportler unter den Kandidaten

Freitag, 29. März 2019

Am gestrigen Donnerstag, um 24 Uhr, lief die Frist ab, bis zu der die Parteien ihre Kandidatenlisten für die Wahlen ins Europaparlament bei der Zentralen Wahlbehörde in Bukarest abgeben konnten. Die EU-Wahlen werden in unserem Land am 26. Mai stattfinden. Foto: Agerpres

Bukarest (ADZ) - Bei der hierzulande am 26. Mai stattfindenden Europawahl scheinen die Parteien vermehrt auf VIPs zu setzen: Bis Donnerstag, dem letzten Eintragungstag, wurden nämlich ein früherer Staatspräsident, vier Ex-Premierminister, TV-Journalisten und ehemalige Spitzensportler aufgestellt.

So etwa zieht Altpräsident Traian Băsescu für seine PMP ins Wahlrennen, während Victor Pontas Partei Pro România mit gleich drei früheren Ministerpräsidenten auf ihrer Wahlliste glänzt: Neben Ponta treten Mihai Tudose und, überraschenderweise, der frühere moldauische Regierungschef Iurie Leancă an; zudem stellt die Partei EU-Kommissarin Corina Crețu auf. Ebenfalls auf einen Ex-Premier als Spitzenkandidat, nämlich Dacian Cioloș, setzt auch das Wahlbündnis USR-PLUS.

Die oppositionelle PNL schickt Talkshowmaster Rareș Bodgan als Spitzenreiter ins Wahlrennen, während die PSD ebenfalls auf ein bekanntes TV-Gesicht setzt und neben ihrer Spitzenkandidatin Rovana Plumb auf die Antena 3-Journalistin Carmen Avram baut. Für Überraschung sorgte auch die Anwesenheit des bisher in den USA ansässigen griechisch-katholischen Pfarrers Chris Terheș auf der PSD-Wahlliste – letzterer war maßgeblich an der Einberufung des homophoben Referendums vom letzten Jahr beteiligt gewesen.

Die UNPR um Ex-Vizepremier Gabriel Oprea hofft indes, mithilfe der ehemaligen Spitzensportler Ilie Năstase und Anghel Iordănescu die 5-Prozent-Parlamentshürde zu schaffen. Dafür muss die ultranationalistische, europafeindliche PRU ohne ihren Wunschkandidaten auskommen: Der sich nach Belgrad abgesetzte frühere PSD-Abgeordnete Sebastian Ghiță gab am Mittwoch bekannt, sich doch nicht in den Wahlkampf stürzen zu wollen – in unserem Land würden noch zu viele Menschen „von Kövesis Erben verfolgt“.

 

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