Ein Kapitel Sozialdemokratie

Gedenkfeier für Georg Hromadka

Montag, 20. April 2015

Reschitza - Sozialdemokrat, Kämpfer für soziale Gerechtigkeit, Journalist, Kultur- und Naturliebhaber: Das wären einige der Qualitäten von Georg Hromadka, die auch diesmal, als man in Reschitza, seiner Heimatstadt, seines 30. Todestags gedachte, immer wieder in den Vordergrund gehoben wurden.Und es waren nicht wenige, die sich an diesem 15. April 2015, einige Tage nach seinem eigentlichen Todestag (der 12. April fiel auf den orthodoxen Ostersonntag), die Zeit genommen hatten, Georg Hromadka zu gedenken.

Zur Gedenkfeier in die Deutschen „Alexander Tietz“-Bibliothek kamen, als Gäste und Referenten, Univ.-Prof. Dr. Nadia Potoceanu und Dipl.-Ing. Igor Markowski.

Die Einführung zum Gedenktag des Sozialdemokraten Georg Hromadka machte der Vorsitzende des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen. Im Rahmen der Gedenkveranstaltung stellte er die kleine Dokumentationsausstellung mit Fotos aus dem Archiv von Elisabeth Hromadka, der Gattin des Gefeierten, die zurzeit in Deutschland lebt, vor, die zu diesem Anlass mit Reproduktionen von Graphiken Hromdkas (wenige wussten, dass er sich auch künstlerisch betätigte), die den Veranstaltern durch Dr. Otto Fekete zur Verfügung gestellt wurden, ergänzt wurden. Erwin Josef }igla unterstrich u.a. auch, dass die Veranstalter zum 11. April 2015 einen Sonderbriefumschlag und einen Sonderstempel herausgebracht haben. Thema: der 30. Todestag von Georg Hromadka. Alle an diesem Tag aus Reschitza versandten Briefe wurden auf dem Postamt Reschitza I mit diesem Sonderstempel abgestempelt.

Univ.-Prof. Dr. Nadia Potoceanu erinnerte in ihrer Ansprache daran, wie es im Jahre 2000 dazu kam, dass ein Bronzerelief Georg Hromadkas an der Straßenfront des Kulturhauses der Gewerkschaften in Reschitza angebracht wurde, eine Arbeit des Reschitzaer Künstlers Petru Comisarschi, in den Reschitzaer Werken unter der Aufsicht von Dipl.-Ing. Iulian Georgevici gegossen. Bezahlt wurde die Anfertigung durch die „Activity“-Stiftung Reschitza.

Univ.-Prof. Dr. Nadia Potoceanu war in den damaligen Jahren die Reschitzaer Vorsitzende der Rumänischen Sozialdemokratischen Partei (Präsident war Sergiu Cunescu), derjenigen geschichtsträchtigen Partei, die im Jahr 2000 noch nicht mit der nach der Wende 1990 gegründeten neuen Partei der Sozialen Demokratie Rumäniens fusionierte (das geschah erst im Juni 2001). Aus dieser Fusion entstand die heutige Regierungspartei PSD, die Sozialdemokratische Partei Rumäniens.

Dipl.-Ing. Igor Markowski, der zurzeit in Temeswar lebt, erzählte über seine Bemühungen, Georg Hromadka näher kennenzulernen - er war ein Freund seines Vaters - aber auch über seine Bestrebungen in Sachen Würdigung Georg Hromadkas in seiner Heimatstadt, so zum Beispiel die Ernennung zum Ehrenbürger post mortem von Reschitza, was durch einem Stadtratsbeschluss, am 26. März 2002, geschah.

Reschitza, in der Zwischenkriegszeit eine der Hauptstädte der Sozialdemokratie Rumäniens, kam mit dieser Georg-Hromadka-Gedenkveranstaltung wiedermal in die Medien. Dazu kommt noch, dass der Großteil der Spitzen der Reschitzaer Sozialdemokraten deutscher Muttersprache und europaweit bekannt waren. Leider spricht man heute von dieser Vergangenheit kaum mehr…

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