Ein Kronstädter Weihnachtsmarkt, der bescheidener als in den Vorjahren ausfällt

Freitag, 16. Dezember 2016

Rot und Golden sind die Farben, in denen die Weihnachtstanne in diesem Jahr am Kronstädter Marktplatz geschmückt ist.

Die große Weihnachtskrippe erinnert am besten an den eigentlichen Anlass der Veranstaltung.

Zum Glühwein kommen verschiedene süße Speisen von Lebkuchen bis Kolatsche und gerösteter Mais hinzu.

Lichtgirlanden schmücken die Purzengasse wie auch erstmals einige ihrer Nebengassen.
Fotos: der Verfasser

In diesem Jahr kommt die Weihnachtstanne für den Weihnachtsmarkt am Kronstädter Marktplatz aus der Gegend um Vama Buz˛ului. Sie ist 28 m hoch und 70 Jahre alt. Die Farben, in denen sie geschmückt ist, sind rot und golden. Vierzig einheitliche Holzhäuschen beherbergen Verkaufsstände, wo Süßigkeiten, Weihnachtsschmuck, aber auch Käse und Wurst angeboten werden. Weniger gut vertreten sind die Verkäufer von Glühwein – ein Getränk das bei kalten Temperaturen umso gefragter ist. Diesmal kostet ein Becher von 200 ml 4 Lei. Bisher fehlte der Schnee, wie auch die musikalische Umrahmung des Geschehens am Weihnachtsmarkt, die als sehr diskret bis inexistent bezeichnet werden könnte. Dass die Eröffnung des Weihnachtsmarktes, am 6. Dezember durch Bürgermeister George Scripcaru, in den Wahlkampf fiel, blieb glücklicherweise unbemerkt. Leuchtgirlanden und Festbeleuchtung gibt es vor allem in der Purzengasse, aber auch in der Michael-Weiß-Gasse und in den Gassen rund um den Rosenanger, wo eine zweite kleinere Weihnachtstanne alleine dasteht. Dem guten Beispiel des Bürgermeisteramtes folgend hat sich diesmal auch die Kreispräfektur dazu durchgerungen, ihren Sitz festlich zu beleuchten.

Die echte Weihnachtsstimmung vermisst man bisher am Marktplatz. Früher sind noch Schülerchöre oder Folkloreensemble aufgetreten, die Weihnachtslieder sangen oder Weihnachtsbrauchtum vorführten. Diesmal ist bislang davon nichts zu bemerken, da die dafür erforderliche Bühne gleich nach der Eröffnungsfeierlichkeit abgebaut wurde. Ein Konzert mit einer der vielen rumänischen Starlets (Lidia Buble) hatte auch unter einem Stromausfall zu leiden.
Nicht gerade passend und nicht direkt zum Weihnachtsmarkt gehörend ist die alte Kanone aus dem Jahr 1916, die seit August am Eingang zum Geschichtsmuseum steht und an die hundert Jahre seit dem Ersten Weltkrieg erinnert. Kronstädter und Touristen können sich gleich daneben zum Glück nicht Kriegsfotos, sondern schöne alte Schwarz-Weiß-Winterfotos aus den Kronstädter Bergen anschauen.  Was Organisation, Kreativität und Werbung betrifft, können sich die Kronstädter Veranstalter (das Bürgermeisteramt) leider nicht mit den Hermannstädtern vergleichen. Der hiesige Weihnachtsmarkt ist viel bescheidener, kleiner, improvisierter. Aber er bereitet dennoch, vor allem Kindern und Touristen, eine Freude und erinnert alle daran, dass die Feiertage kommen.

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