Ein Leben, nachvollzogen anhand musikalischer Werke

Johann Lukas Hedwig im Kronstädter Forum gewürdigt

Freitag, 20. März 2015

Eckart Schlandt (Vortrag und am Klavier)gestaltete zusammen mit der Sopranistin Cristina Radu (erste von links)und dem Gesangquartett des Jugendbachchors einen interessanten, Johann Lukas Hedwig gewidmeten Nachmittag.
Foto: Hans Butmaloiu

Die Frage, ob Johann Lukas Hedwig „unser siebenbürgischer Haydn war“ ist nicht neu. Wir finden sie schon bei Frieder Latzina und Karl Teutsch, welche eine Antwort versuchten. Auch Eckart Schlandt griff die Frage im Rahmen der Deutschen Vortragsreihe auf und versuchte in seinem Beitrag, mit Musikbeispielen eine Antwort zu geben. Als Grundlage des Vergleiches zwischen den beiden Komponisten, Joseph Haydn (1732-1809) und Johann Lukas Hedwig (1802-1849), setzt Eckart Schlandt gründliche Kenntnisse über die Biografien und vor allem das Werk der beiden voraus. Im selben Zug räumte er jedoch ein, dass eine solch genaue Kenntnis aus objektiven Gründen nicht leicht  ist, da es über den Komponisten des „Siebenbürgenliedes“ noch sehr viel zu recherchieren gibt. Ein Beispiel gab Eckart Schlandt aus eigene Erfahrung und berichtete, wie es mehrere Jahre dauerte bis durch Nachforschungen und Vergleiche, unsignierte und undatierte Notenblätter endlich identifiziert und Lukas Hedwig zugeschrieben werden konnten.

Unterschiede und Ähnlichkeiten, Konvergenzen und Divergenzen in Leben und Schaffen beider aufzählend, unterbrach Eckart Schlandt seine Ausführungen bei mehreren Arbeiten von Lukas Hedwig aus verschiedenen Etappen seines viel zu kurzen Lebens (47 Jahre). Dafür setzte er sich ans Klavier und illustrierte mit Hilfe des Gesangsquartettes des Jugendbachchores (Gabriela Schlandt, Mirela Naftanailă, Beniamin Ghegoiu, Andreas Philippi) sein Exposee.

Aus den beiden Schaffensperioden des Heldsdorfers Johann Lukas Hedwig, die längere in der Musikwelthauptstadt Wien (wo auch Haydn den größten Teil seines Lebens verbrachte, um eine der erwähnten Gemeinsamkeiten zu nennen) und die bedeutend kürzere in Kronstadt, hat Eckart Schlandt repräsentative Stücke gewählt, die andererseits mit Sicherheit für viele der Zuhörer neu waren. So auch jene,  welche die unerfüllte große Liebe von Lukas Hedwig für die ebenfalls früh verstorbene Künstlerin Louise Weber widerspiegeln.

Ein besonderer Moment des Abends war dem „Siebenbürgenlied“ gewidmet, „das“ Werk mit welchem Lukas Hedwig sofort in Verbindung gebracht wird: das Gesangsquartett interpretierte es in seiner ursprünglichen Fassung. Der Versuch auch den Saal nach den verteilten  Noten zu einer Interpretation dieser Fassung zu bewegen, ging leicht daneben, da wir zu sehr auf die allgemein bekannte und gewohnte Fassung wechselten.

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