Ein Mega-Springbrunnen auf der Marosch

Arad soll ein neues Stadtsymbol erhalten

Mittwoch, 30. Januar 2013

Die Arader Dezebal-Brücke soll baldigst zu einer touristischen Attraktion werden. Foto: Zoltán Pázmány

Arad - Führt die Marosch zu wenig Wasser, ist die Stadt Arad so arm an Sehenswürdigkeiten und Lockvögel für die Touristen? Die Arader Stadtväter, allen voran PDL-Bürgermeister Gheorghe Falcă, haben sich schon zum Jahresbeginn für ein außerordentliches Stadtprojekt stark gemacht: Zwecks Wiederbelebung des Maroschufers soll auf dem Fluss, zwischen der Decebal-Brücke und der anliegenden Fußgängerbrücke ein spektakulärer Springbrunnen entstehen. Und laut den Entwurfsplänen soll das wahrlich kein normaler „Spritzbrunnen“ werden: Der Springbrunnen wird angeblich eine Gesamtfläche von 3000 Quadratmetern einnehmen, bei einer Länge von 100 und einer Breite von 30 Metern. Der Brunnen soll zudem 316 Wasserjets, davon 110 Jets mit einer Höhe von je zehn, und neun Jets mit einer Höhe von 15 Metern, ein System mit Seifenblasen, Musikklänge, einen Laserprojektor sowie Licht- und Feuerspiele erhalten.

Das Entwurfsteam hat scheinbar an alles gedacht, man erhofft sich nicht nur einen Andrang von Schaulustigen aus der Stadt an der Marosch und der gesamten Umgebung wie auch zahlreiche Touristen aus dem In- und Ausland: Um die Gefahren des Hochwassers auf der Marosch zu umgehen, wird der Springbrunnen  auch einen Mechanismus bekommen, damit man den Brunnen in derartigen Fällen, bei Schlechtwetter oder Überschwemmungen, ans Ufer ziehen kann. Speziell für das Publikum soll am linken und rechten Maroschufer je eine Tribüne aufgebaut werden. Ein weiterführendes Kapitel dieses Vorhabens bezieht sich auf weitere Investitionen, die für die Sanierung und Modernisierung der beiden Flussufer nötig sein werden. Diese sollen nach Plänen des Entwurfsteams das gesamte Gelände in der Nähe des Arader Stadtzentrums aufwerten und letztlich zu einer richtigen touristischen Attraktion machen. Die Dauer der Arbeiten wird auf acht Monaten geschätzt.

Eine Grundbedingung, sozusagen die letzte und größte Hürde für die Verwirklichung dieses Projekts, das aus dem Stadthaushalt finanziert werden soll, wurde kürzlich nach einer Debatte in der Stadtratssitzung erfüllt: Mehrheitlich, wie erwartet auch mit einigen Gegenstimmen wegen den beachtlichen Kosten, wurde das Projekt, in erster Phase die Machbarkeitsstudie, im Stadtrat genehmigt. Für dieses Vorhaben wird der Stadtrat gar die heutzutage bemerkenswerte Summe von fünf Millionen Euro aus dem Haushaltsäckl gewähren.

Wie vorausgesagt, bei einem solch sündig teuren Stadtprojekt, das das städtische Budget belasten und letztlich von den Geldern der Steuerzahler beglichen werden muss, gab es harte Kritik aus den Reihen der Zivilgesellschaft bzw. von der lokalen Arader Bewegung und dem lokalen Zivilstadtrat sowie ein geschlossenes NEIN aus den Reihen der PSD-Fraktion im Arader Stadtrat. Gewisse kuriose Effekte hat das Arader Vorhaben gar im benachbarten Temeswar, bekanntlich ewiger Banater Stadtrival, erzeugt: Der ehrgeizige Temeswarer Bürgermeister Nicolae Robu, erklärte gar entrüstet, dass sein Arader Amtskollege diese schöne Springbrunnen-Idee eigentlich von ihm geklaut hätte. 

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