Ein neuer Fall von Raubbau?

Umweltschützer von GEC Nera fordern öffentliche Aufklärung

Samstag, 29. Juli 2017

Neumoldowa – Die Ökologische Gruppe für Zusammenarbeit GEC „Nera“ aus Orawitza fordert in einer öffentlichen Stellungnahme das Kreiskommissariat Karasch-Severin der Nationalen Garde für Umweltschutz, die (Regionale) Forstgarde Temeswar und das Kreisinspektorat der Polizei Karasch-Severin auf, sich zu den „illegalen Abholzungen“ zu äußern, die von den Umweltschützern im Bereich des Sonderschutzgebietes ASPA Divici-Pojejena am Ufer des Donaustausees vom Eisernen Tor I festgestellt wurden. Im Vogelschutzgebiet ASPA Divici-Pojejena seien die umfangreichsten Abholzungen am linken Ufer des Radimna-Baches festgestellt worden, in unmittelbarer Nähe der Brücke an der Nationalstrasse DN 57A.

ASPA Divici-Pojejena sei ein Vollschutzgebiet im Bereich des Naturparks Eisernes Tor/Djerdapp, dessen Umfang im Rahmen des Managementplans des Naturparks abgezeichnet ist. „Obwohl es sich um ein im Managementplan verzeichnetes Vollschutzgebiet handelt, hat das Kreiskommissariat Karasch-Severin der Nationalen Umweltschutzgarde die Verantwortung für eine Entgegnung auf unsere Beobachtungen der (regional zuständigen) Forstgarde Temeswar zugeschoben“, schreiben die Umweltschützer in einem Kommuniqué. „Letztendlich hat nur letztere sich bemüßigt gefühlt, GEC Nera eine offizielle Antwort auf ihre Beobachtungen und Vermutungen bezüglich Raubbau zu geben. In der Antwort heißt es, dass im besagten Gebiet bloß Baumstrünke gesehen werden können, die auf einem Terrain stehen, das privaten Wald- und Grundbesitzern gehört. Zur Identifizierung dieser Besitzer sei ans Rathaus der Gemeinde Pojejena appelliert worden.“

GEC Nera spricht von „mindestens 30 Baumstrünken“, aber auch „von einer erheblichen Menge leerer Petflaschen“, die bereits Anfang März 2017 fotografisch festgehalten wurden.

Die Umweltschützer vermissen in der Antwort auch Hinweise auf Schuldige. Die staatliche Forstverwaltung Romsilva könne nämlich nicht unschuldig sein, so lange die Verwaltung des Naturparks Romsilva rechtlich unterstellt ist. Und für die Schutzmaßnahmen hätten sowohl die Verwaltung des Naturparks, als auch Romsilva klar definierte Verantwortung bezüglich Vollschutzgebieten.

Wenn es sich aber tatsächlich um private Wald- und Grundbesitzer handelt, auf deren Besitztum im Naturpark Raubbau betrieben wurde, dann fragt GEC Nera Romsilva und die Verwaltung des Naturparks, wo denn die Verwaltungsprotokolle seien, die laut Gesetz über geschützte natürliche Areale zwischen Naturpark und Privatbesitzern abzuschließen sind? Und ob den Privatbesitzern bis zur Stunde je Kompensationen angeboten wurden für eingeschränktes Nutzungsrecht, wenn ihr Besitztum den Nutzungsrestriktionen eines Naturparks untergeordnet wurde. Da es in Rumänien – wie in vielen anderen osteuropäischen Ländern – (da teilweise viel Geld im Spiel ist) noch keine definitive Lösung für diesen Aspekt des Naturschutzes gibt, sei bis auf Weiteres die Verwaltung des Naturparks Eisernes Tor/Djerdapp de facto und de iure für alles verantwortlich, was auf den geschützten Arealen hinsichtlich von Schutz und Konservierung passiert.

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