Ein wichtiges Stück Geschichte

Vernissage der Wanderausstellung „Reformation im Östlichen Europa“

Freitag, 26. Mai 2017

Die Ausstellung in der Schwarzen Kirche

Der Grabstein des Kronstädter Reformators Johannes Honterus.

Blick auf einen Teil der Tafeln über Siebenbürgen.
Fotos: Ralf Sudrigian

Am 15. Mai wurde in der Schwarzen Kirche die Wanderausstellung „Reformation im Östlichen Europa“ eröffnet. Vom Deutschen Kulturforum in Potsdam gestaltet, über die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert und von der Honterusgemeinde in der Schwarzen Kirche dem Publikum vorgestellt, gehört diese Ausstellung in die Reihe der Veranstaltungen, welche 2014 durch die dem tschechischen Reformator gewidmete Ausstellung eröffnet wurde.  Treu dem Engagement des Deutschen Kulturforums östliches Europa für eine zukunftsorientierte Auseinandersetzung mit der Geschichte jener Gebiete im östlichen Europa, in denen früher Deutsche gelebt haben bzw. heute noch leben, umfasst die Ausstellung eine Gesamtdarstellung und sechs Regionalmodule: Polen-Litauen und Preußenland, Pommern und Neumark, Schlesien, Böhmen-Mähren, Oberungarn/Slowakei und Siebenbürgen. Der Überblick über das Reformationsgeschehen im mittleren und östlichen Europa  beginnt 1544 mit der lutherischen Reformation in den Städten Oberungarns und geht den historischen Geschehnissen in jeder Region nach. Dafür gab es im Vorfeld enge Zusammenarbeit mit Partnern, Museen und Archiven aus dem gesamten genannten Raum.

Zu dem Inhalt der Ausstellung baten wir Historiker Thomas Şindilariu um einige Betrachtungen: „Das Interessante an der Ausstellung ist eigentlich, dass sie nicht nur die Reformation an sich den Besuchern näher bringt, sondern sie bringt das Land mit seiner geschichtlichen Vielfalt in Verbindung mit dem Reformationswirken in musealer Präsentation dem Besucher näher. Damit wird ausgeleuchtet, warum und weshalb Reformation und religiöse Toleranz so gut funktioniert haben, zum Unterschied von anderen Teilen und Regionen Europas, in denen man aufeinander losgegangen ist, beziehungsweise einen 30 Jahre währenden Krieg wegen angeblich konfessioneller Unterschiede geführt hat. Hier, am Rande Europas hat man zu einem pragmatischen Zusammenleben gefunden, welches es auch vorher gegeben hat, nachher auch gegeben hat und heute noch gibt. Die Ausstellung spannt einen Bogen, eben von der mittelalterlichen Herrschaftsstruktur in diesem Zipfel Europas, bis hin zur dritten ökumenischen Versammlung von 2007 in Hermannstadt. Somit kann man nicht nur die Reformation an sich in Siebenbürgen sehen, sondern die gesamte historische Entwicklung, eben unter dem konfessionellen Blickpunkt“.

„Die andere Ausstellung zeigt das Wirken der Reformation und des reformatorischen Handelns, vom Startpunkt in Wittenberg über die östlichen Herrschaftsgebiete in Europa. Dort ist auch die Tafel für Siebenbürgen angebracht,  neben den anderen Tafeln für Polen, für die Slowakei, für Böhmen und für Oberungarn. Es ist eine grenzübergreifende Übersicht über die Weise wie sich die Reformation im Osten Europas durchgesetzt hat oder auch nicht: von Wittenberg bis Tallin, von Tallin bis Kronstadt, von Kronstadt bis Laibach (Ljiubljana), hat man den erwähnten Bogen gespannt, um zu verstehen, wie sich alles entwickelt hat. Nicht trennbar ist in diesem Kontext Schule im Sinne der Bildung von der Reformation, einfach weil der wesentliche Sinn der Reformation darin liegt, dass man das Gepredigte verstehen soll; um das zu bewerkstelligen, muss man in die Schule investieren. Das hat man eben damals nicht nur im Osten gemacht, sondern auf dem ganzen Kontinent, als es den Anschub zur Bildungsrevolution gab, eine Entwicklung welche in Folge der Verbreitung des Buchdruckes gar nicht ausbleiben konnte.

Damit ist Reformation Glaube, ist Reformation Schule und Bildung, ebenso wie Kunst und Kunstgeschichte, in Formen und Bildersprache . Das alles wird in der Ausstellung veranschaulicht, auch anhand der Kelche, der Austeilung des Abendmahls in beiderlei Gestalt, wo der Kelch und seine Symbolkraft ihre Rolle haben, und zwar für alle reformierten Konfessionen. Hier in Kronstadt war es genauso, denn der Erstgeborene von Johannes Honterus nannte sich wie? Calixtus! Was heißt das? Es geht in Richtung des lateinischen für „Kelch“. Also bitteschön: „Nomen est Omen!“
Für die nächste Zeitspanne bleibt ein Teil der Ausstellung noch in der Schwarzen Kirche, für die weiteren Ausstellungsorte und Termine bitte den regelmäßigen Kulturkalender einsehen.

Hans Butmaloiu

Kommentare zu diesem Artikel

Migudyncfott, 21.10 2017, 05:10
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