Ein Wochenende mit reichlich viel Jazz

Zum sechsten Mal JazzTM und Superbands dabei

Mittwoch, 04. Juli 2018

Richtige Festival-Atmosphäre bei der Bühne im Schlosspark: Es spielen John Beasley und Monk’estra. Foto: Zoltán Pázmány

Wenn der Schimmel nicht weiß, sondern schwarz ist, wenn er glänzt und man aus seinen weißen Tasten die schönsten Klänge entreißen kann und wenn er dann auch noch auf der Bühne steht, dann ist der Schimmel eine Marke, ein Flügel. Und es ist Jazz, JazzTM.

Das Wochenende war in Temeswar eben wieder eines der animierten Sommerwochenenden, in denen die Stadt, die noch da ist, also noch nicht Urlaub macht, durch das Zentrum stakst, sich an Eis und Fast Food vollisst, lacht, sich gesellt und eines von beiden in sich hinein schlemmt: Fußball oder Musik. Musik oder Fußball. Oder beides. Einige Terrassen auf dem Opernplatz sind denjenigen zuvorgekommen, die sich nicht entscheiden konnten, was sie lieber sehen und hören wollten, also gab es große Monitore, die den Blick auf den Fußballrasen hetzen ließen, und dazu gab es die Musik, die auf der riesigen Bühne vor der Oper gespielt wurde.

JazzTM ist heuer zum sechsten Mal veranstaltet worden, ein Festival der Stadt, dem ganz am Anfang manche skeptisch gegenübergestanden sind, weil sie es als Konkurrenz zu dem Festival in Wolfsberg gesehen haben. Aber Konkurrenz ist gut, hat man bemerkt, denn nun haben die Jazzliebhaber zwei gute Adressen im Sommer. Und Jahr um Jahr hat sich JazzTM zu dem Festival gemausert, das es heute ist: groß, international, mit großen Namen und reichlich Applaus.

So waren auch die bereits am Donnerstagmorgen vor der Oper vorbereiteten Stühle abends an manchen Momenten trotzdem ungenügend. Dass der Eintritt frei ist, darüber können sich die Temeswarer nur freuen.

„Und jetzt eine Super-Band: R+R=NOW!“ Der Ansager entschuldigt sich für die 17-minütige Verspätung, aber es ist schließlich die dritte Band, die am Samstagabend auf der Bühne vor der Oper auftritt und für jede braucht man ein anderes Arrangement. Und übrigens Super-Band stimmt genau mit fünf Grammys und sechzehn Nominierungen und das Warten hat sich gelohnt!

Trotz Außentemperaturen, die eher an das Festival in Wolfsberg erinnern – ist das Publikum – hartnäckig auf Musik erpicht – auch um diese Uhrzeit geblieben: Es ist bald 23 Uhr.

JazzTM hat auch etwas von einem geselligem Beisammensein: Da ist der Alpinist Cristi Țecu mit Familie, da sind Studenten, die noch eine Woche bis zur Lizenzprüfung haben, und Professoren, die nette Sekretärin von der Uni und der Pressesprecher des Bürgermeisters – schließlich ist das Event ja von der Stadt zusammen mit PLAI organisiert – jede Menge Presseleute, Musiker und viele, viele Gesichter von Festivalbesuchern, die man vom Sehen kennt, weil sie immer dabei sind.

JazzTM war mal wieder auf drei Bühnen, aber auch auf der Straße (auf der Straße ohne Namen) und in Clubs, wo die Jamsessions oder „Nocturnal Jams“ die beliebte Musik ab Mitternacht weiterklingen ließen. Und wieder einmal ließen die kleinen Bühnen Platz für Duos, Trios und Bands, die Freude am Experimentieren, an Kreativität und Publikumsnähe hatten. Da hat das „Antal Gabor Trio“ das Publikum durch die in ihr Stück eingeflochtene Pink-Panther-Melodie zum Klatschen und Kopfnicken animiert. Dort haben Sanem Kalfa und George Dumitriu mit Stimme und Gitarre verschiedene Rhythmen, viele orientalischer Herkunft, interpretiert.

Hier war auch die Festival-Atmosphäre etwas besser zu spüren, denn es gab Sitzgelegenheiten im Gras, auf Sitzsäcken und in Hängematten, hier eine Kinderschaukel, dort sogar eine Kinderspielecke mit Bastelgelegenheiten. Eben geselliges Beisammensein und gute Musik.

Kommentare zu diesem Artikel

M.M.H., 05.07 2018, 00:51
Ich bin betroffen. Anscheinend unternimmt der
Staat Rumänien immer noch nichts, um den vielen Hunden und Katzen ein schönes Zuhause zu bieten. Zahlt man den Tierschützerinnen
jetzt wenigstens die Unkosten ?Könnten Sie in Ihrer Zeitung mal auf diese Zustände aufmerksam machen? Ich wünschte, man hätte Dragnea und seine korrupten Kumpanen schon in den Kerker geworfen.
Aber diese Gauner machen sich ihre Gesetze
selbst.

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