Ein Wort zu Weihnachten: Ehre sei Gott in der Höhe

Samstag, 24. Dezember 2011

Foto: sxc.hu

Untrennbar verbunden mit der Geburt des Erlösers der Menschheit bleibt der Lobgesang der Engel (Lukas 2,14): „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.“ Er ist die Kurzfassung des heilsgeschichtlichen Planes Gottes zur Rettung der Verlorenen, zur Heilung der Kranken, zur Zurechtweisung der Irrenden, zum Trost der Verzagten, zur Wiederherstellung der ursprünglichen, guten Ordnung. Alle Welt ist gerufen, in dieses Heilsprogramm einzusteigen, weil es den einzig gangbaren Ausweg aus den vielfach verfahrenen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Zuständen darstellt.
Gott in der Höhe die Ehre zu geben, ist das Wichtigste, was wir tun können, und das geschieht, indem wir als Erstes glauben und bekennen, dass er ist und dass er herrscht, dass er aus Liebe zu den Menschen in Jesus Christus Mensch geworden ist, dass er zur Vergebung unserer Sünden den Kreuzestod erlitten hat und zu unserem Heil auferstanden und in den Himmel aufgefahren ist. Gott die Ehre geben heißt des Weiteren, seinen Worten, die er durch den Mund der Propheten und Apostel, doch vornehmlich durch den Mund seines Sohnes zu uns gesprochen hat, zu glauben und sie zu befolgen. Gott zu ehren heißt schließlich zu glauben, dass er der Schöpfer ist und wir die Geschöpfe, dass er rein und gerecht ist, wir aber sündig und unwissend; zu akzeptieren, dass er uns Menschen als Männer und Frauen geschaffen und einander in bestimmter Weise zugeordnet hat; zu bekennen, dass er uns Leben gibt und wir dieses Lebens Anfang, Mitte und Ende aus seiner Hand annehmen und ihm überlassen.

Indem wir auf die beschriebene Art Gott die Ehre geben, schaffen wir auch die Grundlage für den zweiten Programmpunkt: Friede auf Erden. Alle Menschen wollen zwar Frieden haben und alle großen Kriegervölker, alle menschlichen Heilslehrer versprechen den Frieden, aber regelmäßig führen die Bemühungen zu Blutvergießen und entwürdigenden Zwängen. Wie könnte es auch anders sein, wenn jene Frieden anbieten, die selber weder Rast noch Ruh kennen und jene Frieden schaffen wollen, die andere nicht in Frieden lassen können? Der Friede ist höher als menschliche Vernunft; der Friede ist göttlich; der Friede kommt von Gott und ist aus Gott. Darum ist der Lobpreis Gottes auch unerlässliche Voraussetzung für den Frieden; Menschen, die Gott für ihresgleichen halten, haben keinen Frieden. Doch reich gesegnet sind die, die ihr Herz zur Krippe für Jesus machen und ihren Leib zum Tempel seiner Heiligkeit: Sie haben den aufgenommen, der uns den Frieden lässt und uns Frieden gibt, der unser Friede ist.

Und den Menschen ein Wohlgefallen, singen die Engel in den älteren Übersetzungen ganz allgemein und allumfassend, denn der Heiland ist allen geboren; kein Mensch ist von Gott her ausgeschlossen, alle können einstimmen in den Lobgesang, alle können gerettet werden, alle können zum Frieden finden. Christus steht auch vor den Türen der Spötter und Verächter und klopft an. Die Kirche mit ihren Gottesdiensten und Volksbräuchen, unterstützt von einer weltweiten Weihnachtsindustrie bringt es jedes Jahr der Menschheit unmissverständlich neu zu Bewusstsein: das Heil, der Ausweg, die Rettung ist da, in greifbarer Nähe. Wer sich bisher abseits gehalten hat, der möge jetzt herzutreten. Wer es jetzt nicht tut, kann nicht wissen, ob er noch Gelegenheit dazu haben wird. So viel ist sicher, allen gegenteiligen Behauptungen zum Trotz: Das Kind in der Krippe bleibt weiterhin die einzige Hoffnung der Welt. Das sei allen gesagt, die sich dafür entschieden haben.

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