„Eindrücke überaus positiv“

Ostdeutsche Unternehmerdelegation zu Besuch in Siebenbürgen

Samstag, 13. Juni 2015

Die Unternehmerdelegation traf sich, unter anderen, auch mit dem Präfekten Ovidiu Sitterli und dem Kreisratsvorsitzenden Ioan Cindrea.
Foto: der Verfasser

Hermannstadt - Firmenvertreter aus Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen beteiligten sich vom 18. zum 22. Mai an einer Vielzahl von Gesprächen mit rumänischen Unternehmern in Klausenburg/Cluj-Napoca, Karlsburg/Alba Iulia und Sibiu/Hermannstadt in Begleitung der Germany Trade & Invest GmbH - Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing mbH (GTaI). Mit hervorragenden Eindrücken und vielversprechenden Kontakten kehrte die ostdeutsche Unternehmerdelegation von der viertägigen Reise in der rumänischen Region Siebenbürgen zurück.
„Meine Eindrücke von den Gesprächen waren überaus positiv, das Interesse der rumänischen Partner riesengroß“, sagte Jens Lindner nach Abschluss der Gespräche. Lindner hatte für das Berufsbildungszentrum Prignitz die Möglichkeit ausgelotet, rumänische Lehrlinge zu gewinnen und an deutsche Arbeitgeber zu vermitteln. Zu erfahren war, dass im heutigen Rumänien rund 80 Prozent aller Schulabgänger studieren. „Das ist eine Zahl, die hat mich fast umgeworfen.“ Lindner wünscht sich 10 bis 15 Azubis für Metallberufe und vielleicht 20 für den Hotel- und Gaststättenbereich.
Als „positiv überrascht“ beschrieb sich Tino Hahn vom Unternehmen Deutsche Eisenbahn Service A.G., Sitz Putlitz, nach den vielen Begegnungen mit rumänischen Gesprächspartnern. Und dabei erwähnte er ausdrücklich die Arbeitsmoral in Rumänien. „Ich denke, dass man eine Zusammenarbeit erreichen kann.“ Man müsse bei eigenen Vorgehen auch in Rechnung stellen, dass Rumänien kein Interesse daran hat, weiter Menschen an das Ausland zu verlieren. Aber warum solle es nicht gelingen, Menschen zu gewinnen, die in Rumänien wohnen bleiben und europaweit bei der Eisenbahn arbeiten? „Bei den Piloten gibt es das ja auch.“

Im Bereich Bau und hier vor allem im Neubau „passiert zu wenig“, fasste Norwin Wundke seine in Rumänien gewonnenen Eindrücke zusammen. Der Rat des brandenburgischen Mittelständlers aus Neuenhagen, der professionell Kräne verleiht: Großaufträge in Rumänien müssten so kleinteilig vergeben werden, dass lokale Firmen bei der Ausschreibung überhaupt eine Chance haben. Er sei bei den Gesprächen auf „nette, kompetente Leute“ gestoßen. Ihm sei währenddessen die Idee gekommen, Rumänen in seinem Unternehmen auszubilden, um sie in die Lage zu versetzen, für sein Unternehmen in Rumänien zu arbeiten. Allerdings empfehle er jedem, der Ähnliches vorhabe, „nicht zu glauben, es reicht, einmal herzufahren“. Das Land im Südosten Europas sei reich an Öl, Gas und Holz. Es benötige eine Industrie, welche diese Rohstoffe zumindest in ersten Stadien verarbeitet und eine Regierung, die im eigenen Land investiert.
Es sei eine „gute Reise“ für ihn gewesen, bestätigte Martin Lehmann, EBK Krüger GmbH Teltow. Die Organisatoren hätten eine „gelungene Mischung“ präsentiert. Er selbst habe ein Gefühl für das Land Rumänien bekommen wollen, „und das ist gelungen“. Ideen für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit könne nur derjenige entwickeln, der das Land wirklich kenne. Auf die Frage, ob sich eine Kooperation anbahne, sagte er: „Ein Gesprächspartner hatte Kompetenz im Autobereich. Das ist für uns interessant.“ Für Thomas Frank von FraP Metall GmbH in Wandlitz sind die Gespräche in Siebenbürgen „sehr gut gelaufen“. Er sprach von Weiterempfehlung und Ausbau der Kontakte. Lediglich dass die Zeit zwischen Information und Abreise recht knapp bemessen gewesen sei, das sei ein wenig schade gewesen. Andernfalls hätte man im Vorfeld „länger darüber nachdenken können“.

„Es hat Spaß gemacht und ich habe den Eindruck, dass man hier gemeinsam etwas aufbauen kann“, sagte Kathleen Wachowski vom Unternehmen Smart-Fi-In e.V.. Über das große Interesse sei sie erstaunt, sie sei auf Menschen gestoßen, die in einem Bereich arbeiten, den sie selbst auch vertritt: Lösungen für Produkte zu entwickeln, die der Gesunderhaltung und -förderung dienen. Das Lob der Weimarer Unternehmerin gilt auch den Organisatoren der Reise Birgit Schliewenz und Klaus-Peter Krüger von MANCOM CENTRU S.R.L., die drei Gesprächsrunden vorbereitet hatten und gemeinsam mit den rumänischen Partnern ein anspruchsvolles, hochinteressantes und dichtes Begleitprogramm auf die Beine stellten: „Ich konnte mich ganz auf die Dinge konzentrieren, die wichtig waren“. Der Leiter der Unternehmerdelegation Peter Michael Alltschekow, Direktor bei Germany Trade & Invest GmbH, sprach abschließend den Teilnehmern aus dem Herzen: „Es ist sehr positiv gelaufen“.

Kommentare zu diesem Artikel

gerd, 15.06 2015, 14:30
so sehr internationale kontakte auch zu begrüssen sind-die kehrseite der medaille fehlt:
die allermeisten ausländischen unternehmen zahlen doch auch nur die rumänischen hungerlöhne und verlangen dafür enorme leistung, oft akkord wobei die normen so hoch angesetzt werden das sie kaum zu erreichen sind.ich weiss genau wovon ich hier rede, meine frau hat diese erfahrungen selbst gemacht.
dan, 15.06 2015, 09:06
Nichts Konkretes bzw. kein greifbarer Erfolg. Das lässt sich aus diesem Text herauslesen.
Organisierte Reisen von Westunternehmen nach RO gibt es viele... Ergebnisse wenige.
Auch die AHK u.a. organisieren sowas.

Dabei geht es anscheinend meist darum, daß Steuergelder anhand der subventionierten Reisen den Organisatoren der Reisen zugute kommen.

Fehler: Das Unternehmen Smart-Fi-In e.V. ist kein Unternehmen, sondern ein Verein.
Ein für Wirtschaftsdinge minimal qualifizierter Schreiber hätte den Fehler nicht gemacht.

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