Eine Banater Schwäbin auf Weltreise

Teneriffe – vielfältig, sportlich, astronomisch begeisternd

Mittwoch, 24. August 2016

Die Kanarischen Inseln haben zwar einen etwas angeknacksten Ruf als Massentourismus-Areal, aber man kann ja die vielen Flüge, die dem All-Inclusive-Tourismus entstammen, in Anspruch nehmen und muss nach Ankunft nicht unbedingt den Menschenmengen folgen. Aus Temeswar kommt man sehr günstig und schnell über Bergamo mit einmal Umsteigen mit Wizzair und Ryanair in nur wenigen Stunden nach Teneriffe. Ein Mietwagen ist ein Muss, wenn man nicht eine Woche oder länger am gleichen Strand brutzeln möchte. Zum Glück sind Mietwagen in Spanien sehr günstig und der Sprit dafür auch. Übernachten kann man am günstigsten und schönsten in den Bergdörfern. Alte Bauernhöfe wurden zu kleinen Pensionen umfunktioniert, die durch ihre Steinbauweise Burgen ähneln und mit allem Luxus ausgestattet sind. Wenn man Glück hat, hat der Bauernhof sogar ein Höhlenbad, gespeist von einer der vielen Thermalquellen am Fuße des Vulkans.

Der Teide ist nicht nur das Wahrzeichen der Insel, sondern thront auch souverän wachend über allem, oft mit dem Gipfel in den Wolken. Der Vulkan teilt die Insel in zwei Klimazonen: eine südliche, trockene und eine nördliche, feuchte. Dementsprechend kann man wählen, wo man wohnen möchte: Sonne und Sandstrand in Playa de las Americas und Los Cristianos, oder Tropenfeeling in Puerto de la Cruz. Auf den Vulkan hochsteigen muss man auf jeden Fall. Für die Fitten zu Fuß, für den Rest der Welt mit der Seilbahn. Da der Vulkangipfel recht klein ist und nur wenige Menschen auf einmal Platz darauf haben, muss man sich vorher für den Besuch anmelden und sich einen kostenlosen Besucherpass im Internet reservieren. Auch die Tickets für die Seilbahn sind im Internet günstiger und man umgeht dank Onlinereservierung die sonst stundenlangen Warteschlangen. Die Aussicht vom Vulkangipfel ist atemberaubend! Im Wortsinn, wegen den Schwefeldämpfen, die aus dem aktiven Vulkan emporsteigen. Deswegen und wegen der geringen Luftdichte in 3.718 Meter Höhe ist die Besuchszeit auf eine Stunde begrenzt. Redbull hilft zwar bei einsetzendem Sauerstoffmangel, aber man sollte es trotzdem nicht übertreiben. Der Vulkan liegt inmitten eines Naturschutzgebietes. Die geringe Luftverschmutzung durch wenig Bebauungsdichte und die Tatsache, dass die Wolkendecke meistens unterhalb des Gipfels liegt, macht das Naturschutzgebiet zum idealen Ort für Europas größte Stern- und Sonnenwarte. Ein Besuch im Stern- und Sonnenforscherdorf mit unzähligen riesigen Warten lohnt sich auf jeden Fall. Auch hier gibt es Rabatt für Onlinereservierungen im Internet.

Wenn man sich für die Südseite entscheidet, dann ist der Badespaß im Siam Park empfehlenswert. Der Eintritt ist recht teuer, daher sollte man auf jeden Fall einen ganzen Tag im Wasserpark verbringen und online buchen, denn dabei bekommt man einen Essensgutschein geschenkt. Wenn man sich für die Nordseite der Insel entscheidet, dann darf man auf keinen Fall einen Ausflug in Europas größte Lavahöhle verpassen, die Cueva del Viento (Höhle der Winde). Die Hauptstadt, Santa Cruz de Teneriffe, hat touristisch nicht sehr viel zu bieten. Man kann das architektonisch beeindruckende Auditorio de Teneriffe anschauen und den Mercado de Nuestra Señora de África, ein interessanter Marktplatz, wo man lokale Köstlichkeiten probieren und mitnehmen kann. Lecker Essen kann man fast überall auf der Insel. Die kanarischen Schrumpfkartoffeln in Salzwasser (pappas arugadas) mit Mojo sollte man auf keinen Fall verpassen. Ganz typisch lokal ist Gofio, ein Brei aus geröstetem und gemahlenem Getreide, der auch als Eiscreme lecker schmeckt. Wer Fisch mag, sollte ihn am besten frisch gefangen in einem der kleinen Fischerdörfer bestellen. Sangria darf natürlich nie fehlen auf einer Spanienreise, aber es gibt auch viele lokale Weine, die es sich lohnt zu kosten.

Zum Schluss ein Wort der Warnung: Rumänen haben als Taschendiebe einen ganz schlechten Ruf auf Teneriffe. Die Polizei hat für die Bevölkerung speziell dafür eine Whats-Up Gruppe eingerichtet, wo Fotos von rumänischen Taschendieben geteilt werden. Falls man auf der Straße von Polizisten angehalten wird (einfach nur, weil man Rumänisch spricht), empfiehlt es sich immer, den Pass oder Personalausweis dabei zu haben, die Telefonnummer des Hotels, wo man wohnt und der rumänischen Botschaft in Spanien, möglichst wenig Bargeld und lieber viele Kreditkarten...

 

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