Eine Banater Schwäbin auf Weltreise

Singapore – der perfekte Dreitagestop auf dem Weg nach Osten

Mittwoch, 07. September 2016

Das Raffles Hotel: Hier wurde der weltberühmte Singapore Sling Cocktail erfunden.

Die Löwenstadt Singapore
Fotos: Die Verfasserin

Wörtlich übersetzt heißt Singapore die Löwenstadt. Und der Löwe als Symbol ist auch allerorts vertreten. Es ist unglaublich, wie viel man auf so kleinem Raum erreichen kann, mit der richtigen Einstellung. Singapore hat für Touristen so viel anzubieten, dass man mehr als einmal hinfliegen muss, um annähernd alles gesehen und erlebt zu haben.

Bei einem typischen Frühstück in Singapore dürfen Kaya und Marmite nicht fehlen. Kaya ist eine sehr, sehr leckere Kokosmarmelade mit grünen Pandanblättern. Das perfekte Heimbringsel. Marmite ist ein Überbleibsel aus der britishen Kolonialzeit, ein schwarzer, salziger, bitterer Brotaufstrich, der nach Hopfen und Malz schmeckt und sehr gewöhnungsbedürftig ist.

Der erste Stop nach dem Frühstück ist das Riesenrad, der Singapore Flyer. Mit dem bekommt man einen Überblick über die Gegend. Die Stadt sieht tagsüber und nachts sehr unterschiedlich aus, also: zweimal fahren lohnt sich. Man kann es auch ganz luxuriös angehen, so mit Mittag- oder Abendessen im Singapore Flyer – aber die Preise sind entsprechend gehoben. Viel günstiger und lokaler isst man im Lau Pa Sat zu mittag, einem Markt im viktorianischen Stil, auch als Telok Ayer Market bekannt, der voller traditioneller Essensstände ist und eine Reise durch alle ethnisch gefärbten Essensgewohnheiten der vielfältigen Einwohner der Megalopolis bietet.

Von dort aus gelangt man leicht zu Fuß nach Chinatown, das einzige Viertel Singapores, wo es Postkarten zu kaufen gibt. Mitten in Chinatown versteckt ist der Hindu Tempel Sri Mariamman, von dem aus die buntesten Einkaufsstände alternative Kleidung anbieten, im Festivalstil. Traditionelle chinesische Apotheken, in denen man fast jedes Tierteil getrocknet oder gemahlen zu kaufen bekommt, bieten eine kleine Vorschau auf Festlandchina. Man kann diese traditionellen Apotheken als Gruselkabinett betrachten oder einfach hineingehen und sich erklären lassen, was genau wofür oder wogegen gut ist. Ob es dann auch wirkt, ist eventuell Glaubenssache.

Der beste Ort für ein nachmittägliches Päuschen ist das Raffles Hotel, wo der weltberühmten Singapore Sling Cocktail erfunden wurde. Hier kann man Teetime im British kolonialen Stil zelebrieren. Abends, wenn die Sonne untergeht und die Lichter angehen, ist die Aussicht aus dem Singapore Flyer wieder eine ganz andere: die glitzernde Lichterpracht ist nicht nur Angeberei, sondern ein solider Hinweis auf die sehr gehobene Lebensqualität der Bürger Singapores. Der spannendste Ort am Abend war für mich der Zoo, wo Nachtsafaris angeboten werden. Nur selten hat man Gelegenheit, nachtaktive Tiere zu beobachten. Man fährt in kleinen Zügen an den zur Straße offenen Gehegen entlang und bekommt die Lebens- und Jagdgewohnheiten der Tiere erklärt. Fotos machen lohnt sich allerdings nicht, weil der Blitz die lichtempfindlichen Augen der nachtaktiven Tiere verletzen könnte und deshalb verboten ist. Wenn man vorher die Fütterungszeiten im Internet nachschaut, kann man auch zur richtigen Zeit kommen, um die Tiere auf der Jagd zu beobachten. Feuerschlucker und traditionelle Tänzer bei den Restaurants am Ausgang runden das Nachtprogramm im Zoo ab.

Wenn man mehr als nur einen Tag in Singapore zur Verfügung hat oder mit Kindern reist, sollte man einen Tagesausflug auf die Resort-Insel Sentosa einplanen. Die Wasserparks sorgen für viel Spaß bei Jung und Alt. Den Universal Studios Themenpark darf sich kein Kind entgehen lassen und ist auch für alle Junggebliebenen ein sehr spannendes Abenteuer. Wenn man es etwas gemütlicher angehen möchte, ist der über 150 Jahre alte Botanische Garten einen ausgedehnten Spaziergang wert. Die künstlichen /künstlerischen Baumstrukturen des Supertree Grove im Gardens by the Bay sind das moderne Pendant dazu. Im Cloud Forest Dome fließt der weltgrößte Innenwasserfall und man lernt viel über Biovielfalt. Eine etwas kleinere Kopie davon steht auch am Flughafen.

Die Chance ist groß, dass man beim Hin- und Rückflug nach Asien über Singapore fliegt. Man sollte nicht nur wegen Jetlag-Minimierung beide Male in Singapore wenigstens einen Tag verweilen, denn es lohnt sich auf jeden Fall.

 

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