Eine Büste für Iolanda Balaş

Wo die Büste aufgestellt werden soll, ist noch nicht entschieden

Dienstag, 22. März 2016

Temeswar - Die am 11. März in Bukarest im Alter von 79 Jahren verstorbene ehemalige „Königin der Leichtathletik“ Iolanda Balaş soll nun in ihrer Heimatstadt Temeswar eine Büste erhalten. Das gemäß einer Ankündigung aus dem Rathaus. Welcher Bildhauer diese schaffen wird und wo die Büste aufgestellt werden soll, sei noch nicht entschieden. Ein gebührender Platz für eine Büste der wohl größten Temeswarer Leichtathletin, seit 1998 auch Ehrenbürgerin der Stadt, wäre wohl die Allee der Persönlichkeiten im Temeswarer Zentralpark. Sie wäre auch die erste Sportlerin, die neben Politikern, Bürgermeistern und Künstlern der letzten drei Jahrhunderte, u.a. neben Eugen von Savoyen und Graf Florimund Mercy, in diese Allee der Temeswarer und Banater Persönlichkeiten mit herausragenden Verdiensten aufgenommen werden würde.

Iolanda Balaş (Jolán Balázs) wurde am 12. Dezember 1936 in Temeswar geboren und verbrachte ihre Kindheit in einem der alten Mietshäuser der Josefstadt, Dragalina-Straße. Ihre ersten Sprungversuche machte die spätere Weltrekordlerin im Hochsprung im Hof ihres Geburtshauses, über die Wäscheleine ihrer Mutter. Ihr besonderes Talent wurde von ihrem ersten Trainer Janos Söter (seit 1958 auch ihr Ehegatte) auf dem lokalen Electrica-Sportplatz erkannt und gefördert. In Temeswar besuchte sie die katholische Mädchenschule. 1952 beteiligte sie sich schon an ihrem ersten internationalen Wettbewerb. Ihr Aufstieg startete mit ihrem Wechsel zu CCA Bukarest 1953. Die Hochspringerin (sie praktizierte damals die Scherentechnik im Hochsprung) dominierte ein Jahrzehnt alle internationalen Wettbewerbe, 1957-1967 gewann sie souverän 150 Wettbewerbe in Folge und verbesserte 14 Mal den Weltrekord von 1,74 auf 1,91 Meter. Sie wurde als einzige Leichtathletin der Welt zweimal hintereinander Olympiasiegerin (1960 in Rom und 1964 in Tokyo) und gewann die Europameisterschaften 1958 und 1962. Ihr Weltrekord konnte erst 1971 mit 1,92 Metern (mit der Flop-Technik) gebrochen werden. 1988-2005 war sie Präsidentin des Rumänischen Leichtathletikverbandes, 2012 wurde sie in die IAAF Hall of Fame aufgenommen.

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